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Hinterland Neues Leben für leer stehendes Hotel
Landkreis Hinterland Neues Leben für leer stehendes Hotel
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06:15 19.04.2012
Nach mehr als zwei Jahren Leerstand soll neues Leben in die Räume und auf das Grundstück des einstigen Hotels „Ramada Treff“ in Bad Laasphe einziehen. Die von Weitem sichtbaren Buchstaben H-O-T-E-L werden bald verschwinden. Quelle: Björn-Uwe Klein
Bad Laasphe

Auf dem Areal des leer stehenden Hotels „Ramada-Treff“ in Bad Laasphe soll eine Wohn- und Freizeitanlage mit dem Namen „Villa Lasaffa“ entstehen. Dies ist das Ziel des neuen Eigentümers Bernd Kreuter. Als alleiniger Geschäftsführer zweier Gesellschaften, der „Villa Lasaffa Verwaltung“ und der „Wohlfühloase Villa Lasaffa“ hat der Rheinländer die Liegenschaft vor Kurzem übernommen. Der Name „Lasaffa“ geht auf das historische Ursprungswort von „Laasphe“ zurück und bedeutet so viel wie „Lachwasser“.

Am Freitag stellte Kreuter Kommunalpolitikern und Medienvertretern seine Pläne vor. „Einen Hotelbetrieb wird es nicht mehr geben“, machte der neue Eigentümer deutlich. Die zukünftige Nutzung des 18.000 Quadratmeter großen Grundstücks, von denen 5.000 Quadratmeter bebaut sind, basiere auf den Säulen „Kneipe“, „Wellness“ und „Restaurant“.

Sein Konzept sieht zudem vor, die Hotelzimmer barrierefrei umzugestalten und kurz-, mittel- oder langfristig als Ein- und Zweizimmerwohnungen zu vermieten. Auch den Hinweis des Laaspher Bürgermeisters Dr. Torsten Spillmann (parteilos) und der Stadtverwaltung, dass in der Lahnstadt Gästezimmer fehlten, habe er in seinen Planungen berücksichtigt. Daraus sei die Idee entstanden, 20 bis 25 Zimmer für einen Pensionsbetrieb zu nutzen. Insgesamt zählt das ehemalige Hotel derzeit 86 Zimmer.

Den Anfang will Kreuter mit dem Aufbau eines Kneipenbetriebs machen. Einen Namen für die Kneipe hat er bereits: „Bierfass“. Noch im Sommer soll sie in den Räumlichkeiten des einstigen Lokals „Stoppenzieher“ eröffnet werden. Den Kneipengästen stehe ein Raucherraum zur Verfügung, außerdem könnten sie drei Bowlingbahnen nutzen, die anstelle der bisherigen beiden Kegelbahnen errichtet würden, sagte Kreuter.

Viel Gestaltungsspielraum gebe es in der Wellness-Abteilung, zu der ein Schwimmbad zählt. Da er sich in Sachen Wellness nicht auskenne, würde für diesen Bereich ein Pächter gesucht, erklärte der neue Eigentümer. Als Angebot seien zum Beispiel Kneipp’sche Anwendungen denkbar, ebenso eine Sauna oder ein Solarium. Um Überschneidungen mit dem Angebot des ebenfalls in Bad Laasphe ansässigen Gesundheitszentrums Wittgenstein zu vermeiden, werde er sich bei einem Termin mit diesem austauschen, sagte Kreuter im Gespräch mit dieser Zeitung. Konkurrenz zwischen beiden Einrichtungen solle es nicht geben. Stattdessen gelte es, Möglichkeiten einer Kooperation zu prüfen.

Bei der dritten Säule „Restaurant“ setzt Kreuter auf eine zentrale Küche für zwei Lokale. Diese müssten sich in ihrem Angebot klar unterscheiden. Sein Plan ist es, die frühere Diskothek in den Restaurantbereich zu integrieren - nämlich als „VIP“-Lounge.

Für die Finanzierung seines Projektes stehen ihm derzeit ein gesichertes Budget von sechs Millionen Euro zur Verfügung. Preislich strebt der Geschäftsführer nach eigenen Angaben ein Niveau „unter allen andren“ an.

Eine besondere Herausforderung bei den Umbauarbeiten, die planerisch von der Laaspher Architektin Claudia Hengst begleitet werden, stellt die energetische Sanierung dar. Kreuters Absicht ist es, in dem Gebäudekomplex eine komplett eigene Stromversorgung auf die Beine zu stellen - unter anderem über ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage. „Die Energieeffizienz soll zudem durch bauliche Veränderungen an der Oberfläche gesteigert werden“, erklärte Hengst. Beispielsweise durch die Verwendung von Holz.

Kreuter betonte, dass dies nicht sein erstes Projekt dieser Art sei. Er sei in der Verwaltungsbranche zu Hause und habe schon Erfahrungen im Umbau und Umfunktionieren größerer Liegenschaften gesammelt.

Ende des Monats soll ein „Tag der offenen Tür“ zum Verkauf des Hotelzimmer-Inventars stattfinden. Interessierte können dann zum einheitlichen Preis von fünf Euro Matratzen, Lampen, Fernseher, Stühle und andere Gegenstände erwerben. „Es ist alles noch da. Jeder kann haben, was er will“, sagte Kreuter. Der Erlös soll einer Einrichtung vor Ort gespendet werden.

von Björn-Uwe Klein

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