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Hinterland Neues Angebot baut eine Brücke
Landkreis Hinterland Neues Angebot baut eine Brücke
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19:26 17.04.2013
Helmut Kretz, Leiter des Diakonischen Werks in Biedenkopf, Katrin Schlötterer (Mitte) und Silke Dünnebeil-Bediako freuen sich auf die Zusammenarbeit. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Biedenkopf

Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren, die in suchtbelasteten Familien leben oder aufgewachsen sind, werden von Katrin Schlötterer psychologisch betreut. Den Betroffenen soll frühzeitig eine Unterstützung angedeihen, um so negativen Entwicklungen vorzubeugen. „Drachenherz“, ein Arbeitszweig der Suchtberatungsstelle Blaues Kreuz Marburg, hat ein spezielles Konzept entwickelt, bei dem kein neues Tabu aufgebaut und kein altes gedeckt werden soll.

„Die älteren Kinder stellen direkte Fragen, bei den jüngeren läuft vieles über das Spiel“, erklärt Schlötterer. Die Psychologin geht davon aus, dass die Kinder genau wissen, dass in ihrer Familie ein Suchtproblem vorliegt. In den Beratungen gehe es deshalb darum, die Kinder zu stärken, fügt sie an.

50 Minuten nimmt sich Schlötterer Zeit für diese Kinder. Das Thema Hilflosigkeit sei nur eines, das bei den Jüngeren mithilfe von Spielzeug aufgearbeitet wird.

„Die ,Star Wars‘-Figuren sind zurzeit sehr aktuell. Ich zeige den Kindern, dass es im Kampf nicht nur Verlierer und Sieger gibt. Es kann auch Verbündete geben“, sagt Schlötterer.

In Biedenkopf steht den Betroffenen an Donnerstagen von 13.30 bis 17.30 Uhr das Beratungsangebot offen. Für Helmut Kretz, Leiter des Diakonischen Werks in Biedenkopf, ist das Angebot eine Erweiterung der bestehenden Angebote. Das Diakonische Werk betreut traditionell Angehörige von Suchtkranken - zumeist Erwachsene, die unter der Sucht eines Familienmitglieds leiden. Das Suchthilfe-Angebot orientiert sich an den Grenzen des Dekanats und reicht demnach auch bis ins Obere Edertal.

„Drachenherz“ ist 2007 in Marburg gestartet. 2012 wurden dort bis zu 40 Kinder betreut - die Betreuungszeit beträgt ein bis eineinhalb Jahre. In Marburg verfügen die Berater über einen besonderen Raum mit viel Spielmaterial wie Tischfußball, Kaufmannsladen und Brettspiele.

Vertrauen aufbauen

In Biedenkopf steht Schlötterer zwar nur ein Bruchteil davon zur Verfügung, aber auch mit kleinteiligen Spielzeugen könne man viel erreichen. Vor allem Playmobilfiguren eignen sich aus ihrer Sicht sehr gut dazu, verschiedene Lebenssituationen nachzustellen.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt darauf, Vertrauen zu den Kindern aufzubauen. Auch Eltern sollten sich dem Angebot nicht verschließen, denn oft müssten sie nach einer erfolgreichen Suchttherapie den Umgang mit den Kindern wieder neu lernen, sagt sie. Ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro ermöglichte nun den Aufbau des Beratungsangebots im Hinterland. Um das Angebot zu sichern, stockte das Blaue Kreuz den Betrag noch auf.

nDie Beratungen finden in den Räumen des Diakonischen Werks im Mühlweg 23 in Biedenkopf statt. Termine können mit Katrin Schlötterer vereinbart werden unter der Telefonnummer 06421/23181.

von Silke Pfeifer-Sternke

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