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Neuer Mut für beruflichen Wiedereinstieg

OP-Telefonaktion Neuer Mut für beruflichen Wiedereinstieg

„Ich bin schon viele Jahre aus meinem Beruf draußen, habe ich überhaupt noch eine Chance?“ - mit dieser Frage wandten sich gestern viele Anruferinnen am OP-Telefon an Gerlinde Breitenstein.

Marburg. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt versprüht Optimismus - von der ersten bis zur letzten Anruferin. „Es ist toll, dass Sie diesen ersten Schritt gemacht und angerufen haben“, sagt Gerlinde Breitenstein immer wieder und macht Mut, dass es auch mit dem beruflichen Wiedereinstieg nach längerer Familienphase klappt.

Einige Anruferinnen beteiligten sich gestern an der OP-Telefonaktion, die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg zum Thema „Berufsrückkehr“ stattfand. Die Grundfrage war dabei immer die gleiche: „Habe ich noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt und wenn ja, welche?“

Breitenstein hat für jede Anruferin - ein Mann meldete sich innerhalb des Aktionszeitraumes nicht - eine Antwort parat. „Es gibt nicht die eine Lösung“, betont sie, jeder Fall sei individuell zu betrachten. Und genau das tut sie auch.

14 Jahre hat eine zweifache Mutter in ihrem gelernten Beruf, Steuerfachangestellte, pausiert. Nun will sie wieder eigenes Geld verdienen. „Allerdings möchte ich nicht mehr in meinem alten Beruf arbeiten, sondern mich neu orientieren. Geht das?“ fragt sie die Expertin am Telefon. „Natürlich“, betont diese: „Da habe ich gleich das richtige für Sie. Denn am 1. Oktober beginnt ein neuer Qualifizierungskurs von uns, bei dem Frauen nach einer längeren Familienphase wieder fit für den beruflichen Alltag gemacht werden.“ Aktuelle EDV-Kenntnisse würden dort ebenso vermittelt, wie gemeinsam neue Bewerbungsunterlagen erstellt. Ein Coaching und ein Praktikum runden den Kurs laut Breitenstein ab und ermöglichen so auch eine neue berufliche Orientierung.

Eine andere Anruferin ist gelernte Bürokauffrau, seit sechs Jahren zu Hause und hat bereits konkrete Vorstellungen für ihren Wiedereinstieg ins Berufsleben: Eine Umschulung soll es sein. „Auch das ist kein Problem“, so Breitenstein. Bei einem persönlichen Beratungstermin will sie die weiteren Einzelheiten mit der Anruferin klären.

Eine dreifache Mutter ist bereits seit 16 Jahren nicht mehr berufstätig. Die Einzelhandelskauffrau hat allerdings Weiterbildungen in Buchhaltung und Finanzbuchhaltung. „Das sind allerbeste Voraussetzungen“, freut sich die Telefon-Expertin. Diese Qualifikationen müssten nun geprüft und auf die heutigen Bedürfnisse angepasst werden, „dann sollte es kein Problem für Sie sein, eine Arbeitsstelle zu finden“, ergänzt sie.

Der nächste Anruf erweist sich als Spezialfall: Eine gelernte Bankkauffrau befindet sich seit sechs Jahren im Sonderurlaub. „Das heißt das Beschäftigungsverhältnis besteht derzeit noch, auch wenn nicht mehr gearbeitet wird“, erläutert Breitenstein. Da die Frau zwei kleine Kinder hat, möchte sie gerne Teilzeit arbeiten, was der Arbeitgeber auch durchaus ermöglichen würde. „Für eine Teilzeitstelle ist mir die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz aber zu weit auseinander“, erklärt die Anruferin ihre Situation. Also habe ihr Arbeitgeber gesagt, sie könne sich einen neuen Job suchen, allerdings nicht mehr in der Finanzbranche. „Da wäre jetzt zu klären, was für Sie möglich ist, und wie das mit dem Sonderurlaub weitergeht“, schildert die Beauftragte für Chancengleichheit ihren Lösungsansatz und vereinbart einen weiteren Beratungstermin.

Den bekommt jede Anruferin auch deshalb, weil sich am Telefon nicht alles detailliert besprechen lässt, wie Breitenstein berichtet. „Das geht von Angesicht zu Angesicht meist besser. Das Telefonat ist aber ein erster Schritt und oft für die Frauen einfacher als ein Besuch in der Arbeitsagentur“, ergänzt sie. Die letzte Anruferin des Tages ist gleichzeitig auch diejenige mit der längsten Berufspause. 24 Jahre setzt die 45-jährige Bürokauffrau bereits zur Erziehung ihrer Kinder aus, entsprechend unsicher ist sie, was ihre beruflichen Chancen und ihre Zukunft angeht. „Das ist alles gar kein Problem“, sagt Breitenstein und macht auch dieser Anruferin Mut: „Sie sind gut ausgebildet, haben damit beste Voraussetzungen wieder eine Stelle zu finden. Wir machen Sie dafür schon fit.“

Für alle Fragen rund um das Thema beruflicher Wiedereinstieg ist Gerlinde Breitenstein bei der Agentur für Arbeit Marburg unter Telefon 06421/605-204 oder per E-Mail an: marburg.bza@arbeitsagentur.de zu erreichen

von Katharina Kaufmann

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