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Hinterland Neuer Investor, neue Pläne für Einkaufszentrum
Landkreis Hinterland Neuer Investor, neue Pläne für Einkaufszentrum
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18:05 10.10.2014
Tegut bleibt der größte Mieter in dem Geschäftshaus Universitätsstraße/Ecke Gutenbergstraße. Ein Fuldaer Unternehmen, das für Tegut Märkte baut, hat das Gebäude gekauft und will es sanieren.Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Joachim Tenkhoff bleibt gelassen. Der Berliner Investor hat sein Projekt Gutenbergcenter nicht nur aus seiner Homepage genommen, sondern sich auch gedanklich aus Marburg verabschiedet. Seit 2008 hat er versucht, für den Umbau des Allianzhauses in ein Shopping-Center zu werben. Dass er nun aus dem Rennen sei, sei für ihn auch überraschend gekommen. Schließlich habe er ungewöhnlich lange verhandelt. Doch so sei das nunmal in der Branche: Wer mehr zahlt, erhalte den Zuschlag.

Fest steht, dass die Allianz das Marburger Geschäftshaus an der Ecke Universitätsstraße, Gutenbergstraße an die Firma Werner aus Fulda verkauft hat. Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, doch die Geschäftspartner haben Stillschweigen vereinbart, bestätigte Roland Deger, Pressesprecher der Allianz Real Estate, auf Anfrage der OP. Die Firma Werner gab trotz mehrfacher Anfragen keine Stellungnahme ab. Die Details seien noch nicht geklärt, die Beurkundung sei aber schon erfolgt, so der Allianz-Sprecher.

Nach Informationen der OP wird der Fuldaer Investor das Haus grundlegend sanieren und den Tegut-Markt erweitern - möglicherweise nach dem Vorbild in Cappel. Bei der Einweihung des neuen Markts in Cappel hatte Tegut-Vorstandschef Thomas Gutberlet erklärt, dass man künftige Märkte nach dem Cappeler Vorbild errichten will. Dann wäre aber immer noch Platz für weitere Mieter, sprich weitere Geschäfte. Ein großes Shoppingcenter, wie es einst Tenkhoff errichten wollte, wird nicht zu realisieren sein. Nachdem das Land Hessen vor einem Jahr erklärt hatte, dass es das benachbarte Savigny­-Haus - dort ist der Uni-Fachbereich Rechtswissenschaften untergebracht - nicht zum Verkauf anbietet, waren die Pläne für ein großes Center ohnehin ­geschrumpft. Seitdem sei auch sein Ziel „Gutenberg­center“ ­ohnehin nicht mehr in seiner ursprünglichen Variante erreichbar gewesen, erklärte Tenkhoff am Freitag im Gespräch mit der OP.

Die ersten Planungen hatten die Errichtung einer Mall vorgesehen. Das Savigny-Haus sollte abgerissen werden, das Einkaufszentrum sollte von der dann leerstehenden Fläche bis hin zur Gutenbergstraße errichtet werden. Stadtverordnete und Geschäftsleute aus der Innenstadt begleiteten diese Pläne mit Skepsis. Einige der Argumente: Die Oberstadt könnte veröden, der Verkehr in der Universitätsstraße würde zunehmen. Die Befürworter des Projekts entgegneten: Marburg müsse im Wettbewerb mit Städten wie Gießen und Frankfurt neue Einkaufsmöglichkeiten schaffen. Der Sturm der Entrüstung hat sich in den letzten Monaten - seitdem bekannt war, dass ohne das Savigny-Haus ­ohnehin nur ein kleineres Center realisiert werden kann - gelegt. Nun besteht Aussicht auf einen Klimawechsel in der Marburger Geschäftswelt.

Tenkhoff, der in ganz Deutschland Einkaufszentren errichtet, sagte am Freitag, dass die Marburger Verhandlungen ungewöhnlich lange gedauert haben, dennoch könne er nur Folgendes sagen: „Ich akzeptiere die Entscheidung des Eigentümers.“

Das sagte auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), allerdings mit der Ergänzung, dass die Stadt sich bei privaten Kaufverträgen nicht einmische. „Mir tut das für Tenkhoff leid, im Endeffekt bin ich aber über die jetzige Entwicklung sehr froh“, so Vaupel, der dem Bau eines neuen großen Centers skeptisch gegenüber stand. Er werde Ende des Monats mit dem neuen ­Investor sprechen.

von Anna Ntemiris

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