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Hinterland Neuer Anlauf für 60-Betten-Hotel
Landkreis Hinterland Neuer Anlauf für 60-Betten-Hotel
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19:57 25.04.2012
Dautphe

Ausgangspunkt einer langen Diskussion mit den Gegenpolen Dr. Horst Falk (CDU) und Joachim Ciliox (SPD) war am Dienstagabend im Hauptausschuss des Dautphetaler Parlaments ein Antrag der Christdemokraten. Die Fraktion möchte, dass der Gemeindevorstand eine professionelle Agentur mit der Suche eines Investors für ein Hotel in Dautphetal betraut, wobei die Kosten 3000 Euro nicht überschreiten sollen. Zur Begründung wird erwähnt, dass die Standortanalyse ein „durchweg positives Ergebnis“ hervorgebracht habe und eine gute Ausgangslage sei, potenzielle Investoren für ein solches Projekt zu interessieren. Da dies im Umfeld der Gemeinde erfolglos blieb, soll ein deutlich größerer Interessentenkreis erschlossen werden. „Sollten wir auch damit kein Erfolg haben, dann bin ich auch mit meinem Latein am Ende“, sagte Falk.

Dass es einen Erfolg geben wird, zweifelt die SPD an. Man hätte das Projekt schon immer etwas kritisch gesehen, sagte Ciliox und tue das „jetzt erst recht“. Denn Falk habe zu Recht betont, dass ein solches Hotel von den Firmen gewünscht sei. Aber es stimme die SPD nachdenklich, dass sich niemand findet, der „Geld in die Hand nimmt“. Zudem sei die Gemeindekasse in einem Zustand, bei dem auf die Euros geachtet werden sollte. „Die Geschichte hatte von Anfang an keine Chance in Dautphetal und wir werden immer mehr reingezogen“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die Kosten.

Diese seien mit 2876 Euro bisher gering ausgefallen, stellte Bürgermeister Bernd Schmidt dar, und man könnte den nicht verwandten Rest dafür nutzen.

Dafür sprach sich auch Klaus Ronzheimer von den Freien Wählern aus. Die Unternehmen hätten ein großes Interesse ihre Gäste unterzubringen, man habe schon 2876 Euro investiert und wisse, dass es sich lohnen würde. Dies habe eine von der Gemeinde beauftragte Machbarkeitsstudie ergeben.

In der Befragung hatten sich die Unternehmen für ein Hotel ausgesprochen und ihren Bedarf angegeben, um Gäste und Kunden unterzubringen. Herausgekommen war ein 60-Betten-Hotel der 3 bis 4-Sterne-Kategorie. Die Überlegungen konzentrierten sich auf einen Neu- oder Anbau an das Bürgerhaus Friedensdorf. Ausschlaggebend waren das Schwimmbad und die weiteren zu nutzenden Örtlichkeiten des Bürgerhauses.

„Das sollte sich rentieren“, sagte Falk, weil 83 Prozent der Dautphetaler Gäste außerhalb der Gemeinde übernachten und 73 Prozent der Unternehmen ein Hotel in Dautphetal für sinnvoll halten. „Ein Hotel wäre wichtig, um sich noch stärker zwischen den Gemeinden im Umkreis zu positionieren“, sagte Falk. Sein Parteifreund Andreas Feußner fügte an, dass auch der Fremdenverkehr nicht außer Acht gelassen werden sollte, schließlich führe der am stärksten frequentierte Teil eines bundesdeutschen Radweges durch das Gemeindegebiet.

Ciliox erwiderte, dass es Hotels gab, diese aber wegen fehlendem Interesse aufgegeben wurden. Zu den Radfahrern sagte er, diese suchten einfache Unterkünfte, worin ihm der Bürgermeister widersprach. „Die Kategorie, die ihr hier wünscht, wird sich nicht realisieren lassen“, sagte Ciliox, bevor der Ausschuss mit 4 Ja- zu 3 Neinstimmen für den Antrag stimmte.

von Gianfranco Fain