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Gerstenberg will mit Senioren Ideen umsetzen

Begegnungsstätte Gerstenberg will mit Senioren Ideen umsetzen

Neues ausprobieren – wie sich das anfühlt, weiß Regina Gerstenberg gut. Die 54-jährige Fotografin hat gerade ihren Beruf gewechselt: Die neue Leiterin der Biedenkopfer Seniorenbegegnungsstätte will neue Ideen umsetzen.

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Regina Gerstenberg, neue Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte in Biedenkopf, erhält Unterstützung von Helmut Kretz vom Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Ihre neue Arbeit macht Regina Gerstenberg Spaß. „Es ist wirklich sehr gut angelaufen“, erzählt die Friedensdorferin. Die Senioren hätten sie ebenso freundlich aufgenommen wie es das zehnköpfige Team der ehrenamtlichen Helfer tat. „Wir haben uns kennengelernt – und wir vertragen uns gut“, sagt sie.

Für die Arbeit mit Senioren hat sich die 54-Jährige, die zuvor als selbstständige Fotografenmeisterin tätig war, bewusst entschieden ( wir berichteten). Anfang 2017 hat sie an der Marburger Akademie für Pflege- und Sozialberufe­ eine Fortbildung zur Alltagsbegleiterin absolviert. Als dann das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf eine hauptamtliche Leiterin für die Biedenkopfer Seniorenbegegnungsstätte (SBS) suchte, bewarb sich Gerstenberg. „Ich habe Interesse an dieser Tätigkeit; es liegt mir, mit Menschen umzugehen.“

Dabei sind die Aufgaben der Leiterin anspruchsvoll. Denn nicht nur Gerstenberg selbst, auch das Diakonische Werk ist neu in der Biedenkopfer SBS. Im Auftrag der Stadt Biedenkopf hat das Diakonische Werk erst im Sommer die Trägerschaft für die Einrichtung übernommen und ein neues Konzept entwickelt. Dieses Konzept gemeinsam mit den Senioren und den Ehrenamtlichen mit Leben zu füllen, will Gerstenberg leisten.

Kein Stress beim Bewegungsnachmittag

Die ersten Schritte dazu sind getan. Im September wurde die Begegnungsstätte wieder eröffnet. Seither sind dreimal pro Woche alle Senioren – und auch jüngere Interessierte – eingeladen. Bisher kommen zehn ­Senioren regelmäßig, in ­Zukunft dürfen es gern mehr werden, sagt die Leiterin.

Montags gibt es Spielenachmittage; dienstags Gedächtnistraining. Donnerstags finden Bewegungsangebote statt. Die Senioren hätten das neue Angebot mit Interesse angenommen und nicht nur mitgemacht, sondern eigene Übungen eingebracht und einander gezeigt, welche Bewegungen beim Dehnen oder Entspannen helfen, erzählt Gerstenberg. Dabei sitzen oder stehen die Senioren – wenn nötig auf Stuhllehnen gestützt – im Kreis. Nebenbei läuft passende Musik. In Stress soll beim Bewegungsnachmittag keiner geraten, sagt die 54-Jährige und betont, dass auch donnerstags genügend Zeit für Kaffee, Gespräche, Lieder und Spiele bleibe.

Ihre Kenntnisse als Fotografin bringt die Friedensdorferin auch in die Seniorenarbeit ein. So hat sie begonnen, Porträt-Fotos „ihrer“ Senioren zu machen. Im Laufe der Zeit könnte aus diesen Bildern vielleicht ein Memory-Spiel werden, „aber auch etwas ganz anderes könnte daraus entstehen“, sagt sie. Abwechslung in die Seniorentreffen bringen zudem Kinder und Jugendliche. So schaute Pfarrer Michael Solle kürzlich mit ­Kindergartenkindern vorbei, die gemeinsam mit den ­Senioren spielten.

Neuer Name für SBS gesucht

Während eines Besuchs von Fachoberschülerinnen der Beruflichen Schulen seien die Senioren und Jugendlichen schnell miteinander ins Gespräch gekommen, berichtet die 54-Jährige. Dieser Besuch sei auch in anderer Hinsicht interessant, erläutert Helmut Kretz vom Diakonischen Werk. Es würde gerne einen neuen, weniger sperrigen Namen für die Seniorenbegegnungsstätte entwickeln – und das könnte eine schöne Aufgabe für den projektorientierten Unterricht der Beruflichen Schulen sein. Überhaupt: Die Verbindung von Jung und Alt ist eines der großen Ziele für die SBS. Und so sind auch jüngere Menschen jederzeit als Gäste zu den Treffen willkommen, betont Gerstenberg.

Freuen würde sich die neue SBS-Leiterin auch, wenn Besucher alte Fotos aus Biedenkopf mitbringen oder abgeben würden. Passend zu den alten Stadtansichten würde sie dann jeweils aktuelle Fotos machen: „Biedenkopf gestern und heute“ – das könne ein spannendes Thema für gute Gespräche sein.

Mittelfristig möchten Kretz und Gerstenberg gern die Begegnungsstätte schöner gestalten. Die Terrasse beispielsweise sei ziemlich verwaist. Womöglich finden sich Ehrenamtliche, die bei der Neugestaltung helfen würden. Damit gilt für diese Idee wie für so viele weitere Projekte rund um die Seniorenbegegnungsstätte: Es sind die Senioren, die Ehrenamtlichen und mögliche Kooperationspartner, auf die es ankommt. Sie anzusprechen, zu motivieren, einzubinden – dafür will Regina Gerstenberg arbeiten.

  • Die Seniorenbegegnungsstätte, Bachgrundstraße 24 ½, ist montags, dienstags, donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Infos: Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf, Telefon 06461/95400.

von Susan Abbe

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