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Neue Ideen für sichere Anbindung

Zufahrt für Weso Neue Ideen für sichere Anbindung

Es ist vollbracht: Die Stadt hat das Bahngelände zwischen Mornshausen und Weidenhausen erworben. Nun wird das Gebiet am Bahnhof neu beplant.

Gladenbach. Unter dem Kaufvertrag war die Tinte noch nicht richtig trocken, da war schon die Vorlage zur Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans für das Bahnhofsgelände fertig.

Entscheidender Grund für die Eile: Zurzeit wird der erste Abschnitt der Jakob-Heuser-Straße von der Anbindung an die Bundesstraße 255 bis zur Straße „Auf dem Würtenberg“ ausgebaut. Der Ausbau des zweiten, kürzeren Abschnitts bis zur Bahnhofstraße soll möglichst im Frühjahr folgen.

Um den Engpass gegenüber dem Bahnhofsgebäude verbreitern zu können, muss das ehemaliges Bahngelände hinzugenommen werden, das jetzt endlich der Stadt gehört.

Vermutlich werde der Aufstellungsbeschluss ausreichen, um dort im nächsten Jahre weitermachen zu können, der Bebauungsplan müsse nicht rechtskräftig sein, erklärt Gladenbachs Bauamtsleiter Ulrich Weber. „Wenn alles gut läuft, können wir im Frühjahr nahtlos die Straße entlang des Bahnhofes weiterbauen“, sagt er.

Darüber hinaus wird bei den Planänderungen das recht große Bahnhofsgelände in gewerbliche Baufläche umgewandelt. Mit in die Änderung einbezogen ist das Weso-Werksgelände. Aktuell ist es als gewerblich genutzte Fläche ausgewiesen. Tatsächlich wird die Fläche industriell genutzt. Das habe bei Anträgen der Firma Weso - das Bundesimmissionsschutzgesetz betreffend - in der Vergangenheit immer wieder zu planrechtlichen Schwierigkeiten geführt, heißt es in der Beschlussvorlage des Magistrats.

Nach dem nun vollzogenen Kauf des Bahngeländes kann ein weiteres Projekt vorangetrieben werden: der Bau einer neuen Zu- und Abfahrt zum Weso-Werksgelände. Die liegt zurzeit in einer unübersichtlichen Kurve an der stark befahrenen Bundesstraße 255. Mit der Weso-Geschäftsleitung hätten Gespräche stattgefunden, bestätigt Ulrich Weber und ergänzt: „Was wir vorgestellt haben, ist auf offene Ohren gestoßen.“

Über die Möglichkeiten, das Werksgelände sicherer an die Bundesstraße anzubinden, wird seit vielen Jahren diskutiert. Seit Fertigstellung der Jakob-Heuser-Straße als „Baustraße“ machten sich Erdhausens Ortsbeirat und Gladenbacher Kommunalpolitiker Gedanken über dieses Thema, das zeitweilig zum Steit-Thema wurde. Alle Anbindungsvorschläge hatten einen Nachteil: Die Zu- und Abfahrt zur Jakob-Heuser-Straße würde mehr oder weniger steil ausfallen und im Winter für Lastwagen zum schwer überwindbaren Hindernis.

„Es macht keinen Sinn, eine Zufahrt zu bauen, die nicht genutzt wird“, sagt Ulrich zu den alten Plänen, die inzwischen ad acta gelegt wurden. Auf Interesse stößt bei allen Beteiligten hingegen eine ganz neue Variante: Die Anbindung würde von der Einmündung der Straße „Auf dem Würtenberg“ auf die Jakob-Heuser-Straße in einer großen Rechtskurve auf den Wirtschaftsweg führen, der unterhalb des Bahngeländes auf Weso zuläuft. „So durchschneiden wir uns nicht das Bahngelände“, erklärt Weber.

Auch über die Finanzierungsmöglichkeiten hat man sich in der Stadtverwaltung bereits Gedanken gemacht. „Denkbar ist eine Abwicklung über Erschließungsbeiträge oder eine Teilung der Kosten“, sagt Weber.

Von einer solchen Anbindung würde hauptsächlich Weso profitieren, aber auch für die Stadt könne sie von Vorteil sein. Schließlich soll das Bahnhofsgelände künftig zur Gewerbefläche werden, betont der Bauamtsleiter. Doch bezüglich der Anbindung befindet sich die Stadt noch in Vorgesprächen mit dem Unternehmen. Vorrangig ist zunächst einmal das Erlangen von Planungsrecht für das Bahnhofsgelände.

von Hartmut Berge

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