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Neue Heftreihe soll Lücken schließen

Geschichte des Apothekerwesens Neue Heftreihe soll Lücken schließen

Das passt zum Stadtjubiläum: Der Pharmazie-Historiker Dr. Peter Hartwig Graepel hat seine neue Schriftenreihe ganz ins Zeichen seiner Heimatstadt Gladenbach gestellt.

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Dr. Peter Hartwig Graepel (3. von links) stellte im Beisein von Marion Lange, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim und Gerald Bamberger (von links) das erste Exemplar seiner Heftreihe vor.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach. Seit 1977 lebt Dr. Graepel in Gladenbach. Das sei mittlerweile seine Heimatstadt, sagt der Pharmazie-Historiker. Auch deshalb trägt seine Heftreihe den Titel „Gladenbacher Beiträge zur Geschichte des deutschen Apotherwesens“. Und es ist deshalb auch kein Zufall, dass die Titelseite in den Stadtfarben Grün und Gelb gehalten ist.

Seine Verbundenheit zu Gladenbach geht noch weiter: Er arbeitet mit einem Fotostudio in der Stadt zusammen und lässt in Gladenbach auch seine Heft-Reihe drucken.

In der Reihe will Dr. Graepel, der 42 Jahre als Apotheker tätig war, einzelne Abschnitte der deutschen Apothekengeschichte beleuchten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Er habe bei seinen Recherchen viele Manuskripte geschrieben, die nun im Computer schlummerten. Die Forschungsarbeit will er der Nachwelt bewahren.

Zu der eigenen Heftreihe habe er sich entschlossen, weil die Herausgeber und Redakteure von Fachzeitschriften stets eine strenge Begrenzung der Manuskriptseiten fordern und nur selten den Abdruck oder gar die Edition von Quellen zulassen würden, sagt der Autor.

Auf der anderen Seite habe die umfangreichere Buchform den Nachteil, dass solche häufig nicht gelesen würden. Wenn es kein gut bearbeitetes Stichwortverzeichnis gebe, würden Bücher vor allem nicht als Literaturstelle genutzt.

Dr. Graepel berichtet von vielen Manuskripten, die sich während seiner Forschungsarbeit in den vergangenen 30 Jahren angesammelt haben. Sie seien wegen ihres großen Umfangs von Zeitschriftenredakteuren abgelehnt worden. Die Aufforderung zu entsprechenden Kürzungen habe er nicht immer erfüllen können, denn damit verliere zuweilen der Inhalt an Substanz. Es gab auch „völlig überflüssige stilistische Streitigkeiten“, die führten dann schon mal zur Zurücknahme eines Manuskripts. All dies habe ihn zur Gründung der neuen Heftreihe bewogen, mit der er weitere Lücken in der Pharmazie-Geschichtsschreibung schließen möchte, erklärt Dr. Graepel.

Erste Rezensionenin Fachzeitschriften

Mittlerweile im Buchhandel erhältlich ist das erste Heft. Es trägt den Titel „Vier schlesische Apotheker des 19. Jahrhunderts“. Der Autor berichtet von einer ersten positiven Rezension in der pharmazeutischen Fachpresse und freut sich auch über die positive Resonanz in Polen. Der Direktor des „Muzeum Ziemi Lubuskiej“ in Zielona Góra, dem früheren Grünberg, werde den seine Stadt betreffenden Teil der Studie über den Apotheker Carl Gottfried Weimann ins Polnische übersetzen lassen und in die in diesem Jahr erscheinende Festschrift zum 90-jährigen Bestehen des Museums eingliedern. Auch eine renommierte französische Zeitschrift zur Pharmazie-Geschichte habe eine Rezension zum ersten Heft in Aussicht gestellt, sagt der Gladenbacher Historiker.

Die vier schlesischen Apotheker, denen sich Dr. Graepel widmet, waren wissenschaftlich, kirchen-, kommunal- und standespolitisch sehr aktiv. So tat sich Carl Gottfried Weimann (1790 bis 1861) mit seiner Labortätigkeit hervor, bei der er unter anderem Meteoritensteine, Braunkohle und Grünberger Wein analysierte.

In behördlichem Auftrag untersuchte er Leichen auf Phosphorvergiftungen. Der Gladenbacher Autor widmet sich darüber hinaus den Apothekern Robert Knorr (1817 bis 1909), Friedrich Moritz Pachaly (1783 bis 1875) und Heinrich Sommerbrodt (1807 bis 1872). Heft zwei ist bereits in Bearbeitung. Es trägt den Titel „Beiträge zur Geschichte der Alten Apotheke in Calw“ und soll im Februar 2013 erscheinen. In einem der nächsten Hefte wird sich Dr. Peter Hartwig Graepel mit dem „Hinterländer Apothekenkrieg“ befassen. Bei der Vorstellung des Schriftenreihe in Gladenbach freute sich Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim und betonte, dass die nun begonnene Heft-Reihe wunderbar ins Jubiläumsjahr passe. Bei der Vorstellung zugegen waren auch die Vorsitzende des Gladenbacher Heimat- und Museumsvereins Amt Blankenstein, Marion Lange, und der Leiter des Biedenkopfer Schlossmuseums, Gerald Bamberger.

Die „Gladenbacher Beiträge zur Geschichte des Apothekerwesens“ sind in der Gladenbacher Buchhandlung Arche erhältlich und beim Herausgeber zu beziehen: Dr. Peter Hartwig Graepel, Gießener Straße 15, 35075 Gladenbach, Mail: drpetergraepel@aol.com.

von Hartmut Berge

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