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Hinterland Neue Blühfläche hilft den Bienen
Landkreis Hinterland Neue Blühfläche hilft den Bienen
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18:57 28.04.2017
Stefanie Burk (links) und Marion Klein haben den Grünstreifen neben dem Feuerwehrgerätehaus hergerichtet und als Blühfläche eingesät. Quelle: Sascha Valentin
Römershausen

Die Idee dazu­ habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben, sagt OGV-Vorsitzende Marion Klein. Zunächst sei geplant gewesen, die Fläche durch die „Wühlmäuse“,­ die Kindergruppe des Vereins, herrichten und einsäen zu ­lassen. „Allerdings gestaltet es sich ­äußerst schwierig, die Kinder zusammenzubekommen“, führt Klein aus. Die seien viel zu eingespannt und hätten keine Zeit für solche Arbeiten.

Deswegen haben sie selbst und ihre Vorstandskollegin Stefanie­ Burk die Aktion nun alleine in die Hand genommen. Nachdem der ortsansässige Landwirt Carl Dieter Klein die Fläche aufgelockert hat, haben die Frauen sie von den Steinen befreit, plan gerecht und schließlich die ­
Samen ausgelegt. „Bei der Saatmischung haben wir uns für eine entschieden, die sich sehr gut für eine innerörtliche Nutzung eignet, da sie sich durch eine bunte Blütenpracht auszeichnet“, betont Marion Klein. Allerdings spiele­ die Optik bei der Fläche nur ­
eine untergeordnete Rolle.

Zahl der Wildblumen-Flächen schwindet

Natürlich solle die Fläche schön aussehen und das Ortsbild aufwerten, bestätigt die Vorsitzende. „Vor allem geht es bei der Blühfläche aber um den Erhalt der Biodiversität“, ergänzt sie. Denn die Blumen, die dort im Sommer blühen, dienen Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen pflanzenbestäubenden Insekten als Futterquelle.

Früher habe es in der Landschaft viele solcher Blühflächen mit Wildblumen gegeben, sagt Klein. „Leider“, fährt sie fort „geht die Entwicklung der vergangenen Jahre aber dahin, dass deren Zahl immer geringer wird.“ Das fehlende Futterangebot trage hingegen wiederum zu einem Rückgang der Bienenzahl bei. Deswegen diene die Blühfläche nicht nur dazu, das Dorf zu verschönern, sondern vor allem, die nützlichen Tiere zu schützen.
Fläche soll auch ein Ort 
der Begegnung werden Klein hofft darauf, dass künftig mehr Menschen in anderen Orten dem Beispiel des Obst- und Gartenbauvereins folgen und ebenfalls solche Blühflächen anlegen. „Wir haben in Nils Becker schon einen Landwirt dazu überredet, zwei weitere große Ackerflächen mit einer speziellen Saatmischung anzulegen“, sagt Klein.

Blühfläche soll auch Dorfgemeinschaft ankurbeln

Auch in Lixfeld sei kürzlich vom Naturschutzbund (Nabu) eine Fläche mit Wildblumen eingesät worden. „Ich hoffe so ein bisschen darauf, dass das hier so eine Art Anfang ist und die Idee immer mehr um sich greift, damit der Landkreis und der Naturpark im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen“, betont sie.

Darüber hinaus könnte die Fläche aber auch dazu beitragen, die Dorfgemeinschaft ein wenig anzukurbeln. Denn darauf soll noch eine Tisch-Bank-Kombination aufgestellt werden, auf der sich Spaziergänger und Bürger des Ortes niederlassen können. „Vielleicht kommen sie ja an dem Ort zusammen und haben sich dort inmitten der blühenden Blumen was zu erzählen“, hofft Klein. Dann hätte die Blühfläche gleich einen mehrfachen Nutzen.

von Sascha Valentin

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