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Neu im Dorf und schon Ortsvorsteher

Weipoltshausen Neu im Dorf und schon Ortsvorsteher

Fast wie die Jungfrau zum Kinde kam der Jurastudent zu seinem Amt im Lohraer Ortsteil.

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Ein Grüner im Grünen so mag es Patrick Voyé, der neue Ortsvorsteher von Weipoltshausen.

Quelle: Gianfranco Fain

Weipoltshausen. Er ist 33 Jahre jung, ledig, aber in einer festen Beziehung lebend, wohnt erst seit 2 Jahren in dem Lohraer Ortsteil, kandidierte auf der Grünen-Liste für die Gemeindevertretung und wurde dort im ersten Anlauf ebenso hineingewählt wie in das Amt des Ortsvorstehers von Weipoltshausen. „Wir hatten gerade genug Kandidaten, damit der Ortsbeirat gewählt werden konnte“, berichtet Patrick Voyé.

Doch mit der Behebung eines Problems wurde das nächste quasi geboren. Als nämlich Ortsbeiratsmitglied Peter Heinze in den Gemeindevorstand berufen wurde, gab es nur noch vier potenzielle Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers. Doch Jörg Barth hatte schon angekündigt, für eine weitere Wahlperiode nicht zur Verfügung zu stehen und sowohl Kathrin Neuser als auch Christian Wack standen wegen familiärer oder beruflicher Gründe nicht zur Verfügung. „Somit war ich der Letzte, der es noch machen konnte“, sagt Voyé über den Antritt zum „schweren Erbe“ als Nachfolger von Barth, der sein Amt sehr ordentlich gemacht habe.

Entgegen dem Weg zum Amt des Ortsvorstehers fand der gebürtige Pforzheimer sehr gezielt den Weg nach Weipolts­hausen. Nach Jahren des Studiums der Tiermedizin in Gießen wechselte er nach Marburg, um dort Rechtswissenschaften zu studieren. Zugleich suchten er und seine Lebensgefährtin eine neue Bleibe, wollten raus aus dem Wohnheim und entschieden sich für ein Haus, am liebsten in Mittelhessen im Grünen. Dies fanden sie in Weipoltshausen, das an Marburg und Gießen „recht gut angebunden ist“.

Mittlerweile ist das Haus von Voyé im „Wochenendgebiet“ des Ortes, wo auch sein ständiger Begleiter der Rasse „Transsilvanischer Bluthund“ genügend Platz findet, schon zum Anlaufpunkt der Bevölkerung geworden. Die Weipoltshäuser klingeln, um ihre Anliegen, wie das Mähen von Grünflächen, vorzubringen oder einfach nur um Solidaritätsbekundungen abzugeben.

Neben seinen politischen Aktivitäten im Ortsbeirat von Weipoltshausen und in der Lohraer Gemeindevertretung ist Voyé auch noch auf dem Sprung in den Kreistag, wo er als potenzieller Nachrücker auf der Liste steht. Zudem war er bis zum vorigen Jahr lange Zeit im Bundesvorstand der Grünen Hochschulgruppe aktiv und ist im Marburger Uni-Senat Studentenvertreter.

Als Ortsvorsteher will er die Projekte vorantreiben, die schon seine Vorgänger beschäftigten: die Dorferneuerung und möglichst auch die Sanierung der Kreisstraße. Zudem will er für eine Verbesserung der Breitbandversorgung werben und auch den „sehr hohen Anteil“ an Fotovoltaik im Ort möglichst noch ausbauen helfen.

von Gianfranco Fain

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