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„Schubser“ für die Rückkehr in den Job

„Beruflicher Wiedereinstieg“ „Schubser“ für die Rückkehr in den Job

„Ich habe mich in den vergangenen Jahren nur um die Familie gekümmert“ – dass dies Management-Qualitäten erfordert, schätzen Frauen häufig falsch ein, sie trauen sich beim Wiedereinstieg in den Beruf zu wenig zu.

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Anna Schäfer (von links) von der DRK-Schwesternschaft hat in Katja Bieker eine neue Kollegin gefunden. Janine Textor und Claudia Harwardt informierten sich indes noch über die Möglichkeiten, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Das möchte das Netzwerk „Beruflicher Wiedereinstieg“ mit seinen Akteuren ändern und informierte am Dienstag rund 30 Frauen in der Arbeitsagentur, welche Möglichkeiten es gibt. Marion Guder, Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bei der Marburger Arbeitsagentur, verdeutlicht: „Es geht auch darum, den Frauen Mut zu machen.“ Der Wiedereinstieg nach einer Familienphase sei für viele Frauen nicht immer leicht – das Netzwerk habe es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfestellungen zu bieten.

Dabei würden zahlreiche Unternehmen die Flexibilität, die Frauen beim Managen der Familie täglich unter Beweis stellen würden, durchaus schätzen. „Aber viele Frauen trauen sich die Arbeit zunächst nicht wieder zu“, weiß Marion Guder. Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte des Landkreises, konkretisiert: „Wir wollen den Frauen alle Informationen mitgeben, wie sie den Wiedereinstieg ganz konkret planen können.“

„Arbeits- und Ausbildungsweg nicht sehr linear “

Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinderbetreuung, Wiedereinstieg durch Existenzgründung, Stellensituation und Fördermöglichkeiten wurden dazu an Praxis-Ständen präsentiert und erörtert. Und es gab die Gelegenheit, kostenfrei Bewerbungsfotos zu erhalten.

Dass der Wiedereinstieg nicht nur theoretisch möglich ist, verdeutlichten einige Frauen mit ihrer eigenen Geschichte. So zum Beispiel die 39-jährige Katja Bieker, Mutter von zwei jungen Kindern. „Ich war insgesamt rund sechs Jahre zuhause, und zwischen diesen beiden Erziehungszeiten lagen nur Mini-Jobs“, sagt sie. Darüber habe sie nie den Einstieg in eine Festanstellung gefunden, noch dazu, „weil mein Arbeits- und Ausbildungsweg nicht sehr linear war“.

Doch sie hatte ein festes Ziel: Einen festen Job zu finden, bevor sie 40 wurde. Über die Arbeitsagentur sei sie auf den Kurs „Weg“ aufmerksam geworden, der unter anderem ein Praktikum beinhaltet. „So kam ich zur DRK-Schwesternschaft – und dort arbeite ich seit Mai in der Verwaltung“, skizziert Bieker. Ihr Fazit: „Es geht immer was, man muss nur die ersten Schritte machen.“ Daher freue sie sich, dass ihr Beispiel den Frauen Mut machen könne.

„Wenn andere es schaffen, dann kann ich das auch“

Für Anna Schäfer von der DRK-Schwesternschaft ist klar: „Frauenförderung ist für uns sehr wichtig – und wir wissen, dass gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein großes Thema ist.“ Daher versuche die Schwesternschaft, möglichst flexibel zu agieren. „Das heißt aber auch, dass wir nicht drei Vollzeit- sondern fünf Teilzeitstellen schaffen.“

Janine Textor kam zu der Veranstaltung, um sich über die Möglichkeiten zu informieren. „Ich war jetzt vier Jahre zu Hause und will wieder arbeiten“, sagt die 32-Jährige. Eigentlich komme sie aus dem Einzelhandel, „aber ich bin auch offen für was komplett Neues“. Sie sei durchaus mit Ängsten zur Veranstaltung gekommen: „Kann ich das alles überhaupt noch, passe ich noch in die Arbeitswelt – aber die Beispiele haben mir Mut gemacht. Wenn andere es schaffen, dann kann ich das auch“, ist sie sich sicher.

Ähnlich sieht es auch Claudia Harwardt: Die 37-Jährige mit zwei Kindern möchte nach der vierjährigen Familienphase nun ebenfalls wieder Fuß im Job fassen. „Ich möchte am liebsten wieder im Kaufmännischen arbeiten“, sagt sie. Zunächst sei sie ein wenig skeptisch gewesen, „aber durch die Beispiele habe ich noch mehr Motivation gewonnen“. Sie hatte sich von der Veranstaltung „so einen kleinen Schubser“ erhofft – „und den habe ich erhalten“, sagt die Stadtallendorferin.

von Andreas Schmidt

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