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Nahverkehr reißt Millionenlücke

Wirtschaftsplan der Stadtwerke Nahverkehr reißt Millionenlücke

Die Stadtwerke Marburg planen für das Jahr 2014 einen Überschuss von 1,2 Millionen Euro ein.

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Die Marburger Stadtwerke – hier das Geschäftsgebäude Am Krekel – planen mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Euro für das Wirtschaftsjahr 2014. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Aus dem Wirtschaftsplan des stadteigenen Unternehmens, der heute Abend im Stadtparlament verabschiedet werden soll, geht hervor, dass die Geschäftssparte Verkehrsbetrieb nach wie vor das größte Sorgenkind der Stadtwerke ist: Sie wird laut Plan das kommende Jahr mit einem Minus von 4,2 Millionen Euro beschließen und damit die Gewinne aus der Gas- und der Wärmeversorgung komplett auffressen.

„Es ist vollkommen illusorisch anzunehmen, dass wir von dem Defizit in dieser Sparte herunterkommen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Dies sei nur möglich, wenn das Unternehmen entweder die Lohnsumme dramatisch senke oder die Leistungen im Nahverkehr einschränke. „Würden wir den Stundentakt bei der Anbindung der Außenstadtteile aufgeben, wären wir auf einen Schlag in dieser Sparte saniert“, verdeutlichte er. Weder Lohnsenkungen noch Leistungseinschränkungen sind aber politisch gewollt, weder von der Stadt noch von den Stadtwerken.

Benachteiligung des ländlichen Raums

Ein besonderes Ärgergnis ist für den Stadtwerke-Geschäftsführer die Tatsache, dass das Unternehmen seit 2012 erhebliche Summen an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) abführen muss. Per Saldo werden dies im kommenden Jahr etwa 400 000 Euro sein. Schüren spricht von einer Benachteiligung des eher ländlichen Raums gegenüber dem Ballungszentrum Rhein-Main-Gebiet. „Es ist einfach zu wenig Geld im System“, sagt er - und unterstützt die Forderung des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (Grüne), der mehr Geld vom Land für den Regionalen Nahverkehrsverbund (RNV) gefordert hatte (OP vom 28. November). Die Kommunen dürften mit den Kosten für den ÖPNV nicht allein gelassen werden, meint auch Schüren: „Mobilität gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge.“

Die Stadtwerke wollen im kommenden Jahr 17,6 Millionen Euro investieren - davon allein 3,8 Millionen Euro für den Ausbau des Glasfasernetzes in Michelbach und Ginseldorf, etwar Millionen Euro in die Erneuerung von Leitungsnetzen für Gas, Wasser und Abwasser. Für den Nahverkehr sollen ein Gelenkomnibus und ein Solobus angeschafft werden, insgesamt sind hier Investitionen von 0,8 Millionen Euro vorgesehen. 400000 Euro sind für die Sanierung des Parkdecks am Hauptbahnhof vorgesehen.

Überhaupt die Parkraumbewirtschaftung: Ein „Danaergeschenk“ nennt sie Schüren, weiß aber auch, dass die Stadt seinem Unternehmen diese Aufgabe übertragen kann. Wegen des Wegfalls des Brauereiparkplatzes fallen aber Einnahmen in Höhe von 150000 Euro weg.

Ein „erhebliches Risiko“ sieht Schüren langfristig auf dem Gasmarkt. Für 2014 erwarten die Stadtwerke noch ein positives Ergebnis in Höhe von 3,2 Millionen Euro - nach der Liberalisierung des Gasmarktes könnten die Bezugspreise für den Kunden aber erheblich unter Druck geraten.

von Till Conrad

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