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Nach drittem Schluck kommt der Genuss

Fassanstich Nach drittem Schluck kommt der Genuss

Auch wenn für einige „Vorkoster“ der Mohrensud gewöhnungbedürftig war: es schmeckte den meisten und die drei Fässchen waren schnell leer.

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Der spannende Moment (von links): Der Mohr Martin Werner stach unter der sachkundigen Hilfe von Brauer Armin Latzko, Karl Heinz und Ulrich Schneider das erste Fässchen „Schlossbräu Mohrensud“ an.

Quelle: Erich Frankenberg

Biedenkopf. Tiefschwarzes Bier floss aus dem Zapfhahn als Martin Werner, der Mohr des Grenzgangs 2012, das erste Fässchen „Schlossbräu Mohrensud“ anstach. Musikalisch begleitet wurde der feierliche Moment durch Heribert Gärber, der auf seinem zu einem Klangkörper umfunktionierten Spazierstock, das Lied „Bier her, Bier her oder ich fall um“ intonierte.

Zahlreiche Bierkenner hatten sich zum Fassanstich im Hof des Biedenkopfer Schlosses eingefunden, um das am 30. Juli, anlässlich der Ausstellungseröffnung „Bierbrauen an der oberen Lahn“, gebraute Bier zu verköstigen.

Organisator Ulrich Schneider begrüßte das „bierinteressierte Publikum“ und erinnerte daran, dass vor 10 Wochen die Bierbrauer Armin Latzko und Andreas Schwickert (Hausbrauer Nassauer Land) das sehr dunkle Bier gebraut hätten. Wie der Amönauer Latzko erläuterte, hat das Bier einen Stammwürzegehalt von 12 Prozent.

„Ganz streng genommen ist das kein Bier, das nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde, denn ich habe mit gerösteter Gerste eine Zutat genommen, die das Gebot nicht vorsieht“, so Latzko. Ferner betonte der Hausbrauer, dass das Bier ganz anders als üblich schmecke. Die Rezeptur habe er sich selbst ausgedacht.

Normalerweise seien Schwarzbiere obergärig, er habe sich aber für ein untergäriges Bier entschieden, so Latzko. Gerade beim Schaubrauen entfalte das Schwarzbier seine besonderen optischen Reize.

Das nach Gärung und Reifung nun trinkfertige Bier fand unter den Biertestern großen Zuspruch. Einhellig fiel auch das Urteil der Bierexperten aus. So betonte Klaus Achenbach, Bierbrauer und Besitzer der ehemaligen Balbachbrauerei, dass dieses handwerklich gebraute Bier besser als das industriell gefertigte Bier sei. Auch Bierbrauerkollege und Besitzer der gleichnamigen Brauerei Fritz Thome beglückwünschte Latzko zum gelungenen „Mohrensud“. Dabei hob er den „sehr betont malz­aromatischen Geschmack“ hervor. Er selbst liebe die dunklen Biere und ziehe sie den hellen „Einheitsbieren“ vor.

Bierexperte Willi Achenbach von der Biedenkopfer Bierzentrale lobte das neue Bier als sehr vollmundig, malzig mit einer angenehmen Würze. Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert dagegen fand das Bier etwas gewöhnungsbedürftig. „Nach dem dritten Schluck fing der Genuss dann an“, so Ruffert.

Wie gut das frischgebraute Bier bei den Bierexperten, darunter auch viele Grenzgangsoffizielle, ankam, konnte man daran feststellen, dass die drei kleinen Fässchen des Mohrensudes innerhalb weniger Minuten verköstigt waren.

Eingeladen zum Fassanstich hatte das Hinterlandmuseum, der Schlossverein und die Organisatoren der Sonderausstellung Wolfgang Glink, Ulrich Schneider und Thomas Böhle. Neben der Verköstigung des Schwarzbieres hatten die Besucher letztmalig auch die Gelegenheit, die Sonderausstellung zu besichtigen.

von Erich Frankenberg

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