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Nach Sitzungsende geht‘s rund

Windenergie-Anlagen Nach Sitzungsende geht‘s rund

Der Ortsbeirat Holzhausen spricht sich einstimmig gegen einen möglichen Standort für eine Windkraftanlage auf dem „Allberg“ der Stadt Gladenbach in der Gemarkung Runzhausen aus.

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Die Aufstellung von Windrädern war im Ortsbeirat Holzhausen wieder ein Thema.

Quelle: Thorsten Richter

Holzhausen. Der Ortsbeirat befasste sich am Mittwochabend ausführlich mit den Vorrangflächen für Windenergieanlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Dautphetal. Dazu erläuterte Hermann Henkel, Fachbereichsleiter Finanzen und Bauen der Gemeinde, dass für Dautphetal ursprünglich vier Potenzialflächen ausgewiesen wurden.

In einem Vorabstimmungsgespräch zwischen dem Regierungspräsidium (RP) und der Kommune am 22. August sei die vom RP überarbeitete Fassung des Teilregionalplanes Energie Mittelhessen besprochen und die geplanten vier Flächen um das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet nordöstlich von Buchenau reduziert worden.

Für die Fläche südöstlich von Herzhausen bestünden geringe naturschutzrechtliche Konfliktmöglichkeiten. Die Fläche am Weißenberg enthalte Konfliktparzellen mittleren Grades und die Areale bei Allendorf und Damshausen seien mit großen naturschutzrechtlichen Konflikten versehen.

Bei Herzhausen hatte das Regierungspräsidium eine nordöstliche Flächenerweiterung vorgesehen. Diese soll auf Wunsch der Gemeinde zurückgenommen werden. Bisher sei noch keine Rückmeldung über die Einwände und den Planungsverlauf erfolgt.

Henkel berichtete auch, dass die Windpotenzialkarte die Fläche am „Allberg“ der Stadt Gladenbach in der Gemarkung Runzhausen mit einer Höhe von über 500 Metern als Standort für Windräder zwar ausweise, aber im Entwurf des Teilregionalplans nicht mehr enthalten sei . Daraufhin sprach sich der Ortsbeirat einstimmig dafür aus, dass die Gemeinde vorbeugend gegen den Standort „Allberg“ als Einzelstandort für eine Windenergieanlage beim RP intervenieren solle, damit dieser nicht in Erwägung gezogen beziehungsweise zu einem späteren Zeitpunkt von der Stadt Gladenbach nachgereicht werde.

Nach dem Ende der Ortsbeiratssitzung entwickelte sich eine heftige Diskussion unter einigen der etwa 20 Zuhörer und den Ortsbeiratsmitgliedern. Karl-Ludwig Trenker monierte, dass Ortsvorsteher Hans Joachim Kramer ein im September verfasstes Schreiben von sechs Vereinen und Genossenschaften nicht beantwortet habe. Darin sei gefordert worden, eine Umzingelung des Ortes mit Windkraftanlagen zu verhindern und den Standort „Allberg“ nicht zuzulassen.

Kramer antwortete, er sehe nicht ein, Schreiben mit immerwährend gleichem Inhalt zu beantworten. Denn die Meinung des Ortsbeirates hierzu sei klar formuliert.

Holzhäuser Politiker sollen Orts-Interessen vertreten

Karl-Ludwig Trenker forderte den Ortsbeirat auf, sich zum Nutzen und Wohle von Holzhausen einzusetzen. Hans-Jürgen Gillmann erläuterte in sachlicher Form, dass der Ortsbeirat und auch die Gemeinde alle Möglichkeiten der Intervention in Bezug auf den Windpark am „Hilsberg“ ausgeschöpft hätten. Eine Entscheidung fälle das RP. Die Gemeinde habe Einspruch gegen den Windpark erhoben und dies könne jetzt nicht in eine Befürwortung des Projektes ausgelegt werden.

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde und Holzhäuser Bürger, Hans Günter Wagner, erläuterte seinen Mitbürgern, dass diese in Holzhausen geradezu wie in einem Paradies leben würden, weil die Bürger der anderen Dautphetaler Ortsteile durch den Schwerlastverkehr überaus belastet seien.

Dazu äußerte sich ein Bürger heftig und ließ verlauten, dass die Holzhäuser politischen Vertreter gewählt worden seien, um Holzhäuser Interessen zu vertreten. Daraufhin verließ ein Großteil der Zuhörer den Saal.

von Helga Peter

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