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NABU: "Beliebigkeit örtlicher Matadore darf nicht entscheiden"

Holzhausen NABU: "Beliebigkeit örtlicher Matadore darf nicht entscheiden"

Die Oberhessische Presse sprach mit Hartmut Mai (Foto: Fain), Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) über die Ereignisse rund um die Errichtung des geplanten Windparks auf dem Hilsberg. Der NABU klagt beim Verwaltungsgericht (VG) Gießen gegen den vom RP genehmigten vorzeitigen Baubeginn.

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Holzhausen. OP: Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat in ihrem Sinne einen Beschluss gefasst und die Arbeiten bis zur Eilentscheidung des VG Gießen verfügt. Was passiert, wenn das VG die Rodungen an den Standorten doch noch bis zum 20. März erlaubt?

Mai: Zuerst wollten wir dafür sorgen, dass keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Das haben wir erreicht. Ein Lob an beide Gerichte, die rasch gehandelt haben.

OP: Was stört Sie an den Standorten auf dem Hilsberg?

Mai: Sie sind aus Naturschutzgründen bedenklich, unter anderem weil ein Rotmilan dort einen Brutplatz hat. Und: Die ­Eingriffe belasten die Menschen vor Ort.

OP: Ist der NABU generell gegen Windkraftanlagen?

Mai: Nein, wir wollen die Energiewende und sie ist aus Naturschutzsicht möglichst ohne große Beeinträchtigungen für Mensch und Tier auch machbar. Nur, es gibt Waldstandorte, wo es nicht geht. Diese Richtlinien werden hier nicht eingehalten, wobei es in der Nähe doch Alternativen gibt.

OP: Nun ist die Situation am Hilsberg ziemlich festgefahren. Wie könnte das Verfahren aus ihrer Sicht verbessert werden?

Mai: Es gibt in Hessen keine von der Politik vorgegebenen Grundsätze, wie in solchen Fällen zu verfahren ist. Man sucht die Lösung in Einzelfallentscheidungen und das führt zu solchen Situationen, wie hier zwischen Bad Endbach und Holzhausen. Es kann nicht sein, dass die Beliebigkeit örtlicher Matadore wie Dr. Lars Wittek entscheidet, was gut ist und was nicht."

von Gianfranco Fain

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