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Hinterland Mutter wollte ihr Kind zur Arbeit mitbringen
Landkreis Hinterland Mutter wollte ihr Kind zur Arbeit mitbringen
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19:39 31.07.2009

Marburg. Gegen diese Kündigung klagt die Frau nun vor dem Amtsgericht Seit dem 1. November 2005 war die Klägerin als Hauswirtschafterin bei der Geschäftsführerin des Reisebüros beschäftigt. Neben der Arbeit im Haushalt ihrer Chefin habe sie aber auch an zwei Tagen in der Woche im Reisebüro ausgeholfen, berichtete die Mutter eines siebenjährigen Sohnes vor Gericht.
Für die letzten Juliwochen dieses Jahres habe sie Anfang Juni Urlaub beantragt. „Der wurde aber nicht genehmigt“, erläuterte die Klägerin. Sie habe daraufhin erklärt, dass sie dann ihren Sohn mit zur Arbeit bringen müsse, weil Ferien seien und sie sonst keine Betreuung für ihn habe. Das habe ihr die Geschäftsführerin des Reisebüros aber „wegen schlechter Erfahrungen“ untersagt.
Wenig später hatte die Klägerin einen Aufhebungsvertrag angeboten bekommen, den sie ablehnte. Es folgte die Kündigung zum 31. Juli.
„Die Kündigung ist unzulässig, weil meine Mandantin aufgrund ihrer Familie benachteiligt wurde“, argumentierte der Anwalt der Klägerin während der Güteverhandlung am Dienstag. Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle wies die Beklagtenseite – die Geschäftsführerin des Reisebüros war nicht anwesend, weil sie arbeitete – darauf hin, dass „der Arbeitgeber grundsätzlich Rücksicht auf familiäre Belange nehmen muss“. Klar könne nicht jeder einfach sein Kind mit zur Arbeit bringen. „Aber manchmal geht das durchaus, sofern es dadurch nicht zu Störungen des Betriebs und des Arbeitsverhältnisses kommt. Das muss man von Fall zu Fall einzeln abwägen“, ergänzte er.
Da die beiden Parteien keine gütliche Einigung erzielten – der Anwalt der Beklagten lehnte den angebotenen Vergleich der Klägerin ab – wird am 9. Oktober die Kammer des Arbeitsgerichtes die Einzelfallprüfung übernehmen und ein Urteil fällen.

von Katharina Kaufmann

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