Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Mutter wegen Misshandlung verurteilt
Landkreis Hinterland Mutter wegen Misshandlung verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 31.01.2012
Eine 34-Jährige Mutter war bei der Erziehung ihrer drei Kinder offenbar überfordert und misshandelte sie mehrfach. Das Gericht verurteilte sie am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe. Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Bewährungszeit legte Richter Thomas Rohner auf drei Jahre fest und stellte ihr einen Bewährungshelfer an die Seite. Außerdem darf sie eine in Biedenkopf begonnene Psychotherapie nur nach Zustimmung des Gerichts beenden. Angeklagt war sie wegen des Vorwurfs, ihre mittlerweile sieben-, zehn- und elfjährigen Kinder seit 2006 mehrfach körperlich misshandelt zu haben.

Nach einem Rechtsgespräch und einem Geständnis der Angeklagten sah das Gericht die Vorwürfe bestätigt. Mit dem Urteil folgte Rohner dem Antrag der Verteidigung. Den Tatbestand eines minderschweren Falles von Misshandlung Schutzbefohlener sah er gegeben, da die Übergriffe aus Überforderung geschahen.

Mit geröteten Augen und unter Tränen betrat die 34-Jährige den Gerichtssaal. Während der Verhandlung betonte sie immer wieder, den Weisungen des Gerichts Folge leisten zu wollen. Die sie betreuende Sozialarbeiterin ergänzte in ihrer Aussage, dass die bald vierfache Mutter sich bisher gegenüber jeder Maßnahme sehr kooperativ gezeigt habe.

Durch ihren Anwalt ließ die Angeklagte erklären, mit der Erziehung der drei Kinder überfordert gewesen zu sein. Ihre älteste Tochter habe gegen sie rebelliert, und es habe „die ein oder andere Situation“ gegeben, bei der ihr der Kragen geplatzt sei. Daher schließe sie nicht aus, dass es in einer dieser Situationen zu den angeklagten Taten gekommen sei. Probleme in der Beziehung mit ihrem Ex-Mann, in der es auch zu Übergriffen gekommen sei, hätten ihre persönliche Situation erschwert. Unter Beobachtung durch das Jugendamt stand die mittlerweile 34-jährige Frau schon seit ihrer eigenen Geburt.

Eine Zeugin sagte aus, dass die Angeklagte ihre Kindheit und Jugend bei ihren Großeltern und im Heim verbrachte. Als sie 2006 mit eigenen Kindern und ihrem damaligen Ehemann erneut in den Landkreis zog, seien zeitnah Hinweise von außen eingegangen, dass Probleme in der Beziehung herrschten und die Mutter mit der Erziehung der drei Kinder überfordert sei.

Das Amt habe daraufhin reagiert und neben verschiedenen Betreuungsmaßnahmen für die Kinder auch jemanden bereitgestellt, der die richtige Führung des Haushaltes mit der 34-Jährigen trainieren sollte. Erst nachdem im Jahr 2008 der Verdacht der Gefährdung des Kindeswohls aufkam und sich das Ehepaar trennte, stellte sich ihrer Aussage nach eine Stabilisierung der Verhältnisse ein. 

von Sonja Achenbach

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP und bereits am Dienstagabend auf Ihrem iPad.