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Musiktage enden mit Paukenschlag

Bembelsänger Musiktage enden mit Paukenschlag

Den krönenden Abschluss der 22. Bad Endbacher Musiktage bildete der Auftritt der „Bembelsänger“ aus Lich, die mit A-cappella-Musik, Sketchen und Anekdoten die Besucher begeisterten.

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Die „Bembelsänger“ berichteten auf der Bühne im Kursaal musikalisch davon, welche Märchenfiguren sich tief im Bad Endbacher Wald treffen.

Quelle: : Helga Peter

Bad Endbach. Der Auftritt der Licher „Bembelsänger“ war einer der Höhepunkte der 22. Bad Endbacher Musiktage. Zu der Veranstaltung, die im Kur- und Bürgerhaus stattfand, begrüßte Stefan Ziegler, kommissarischer Leiter von Tourismus & Marketing, rund 60 Zuhörer.

Die „Bembelsänger“, die zum ersten Mal in Bad Endbach gastierten und vor wenigen Wochen als diesjähriger Sieger aus dem Bundes-Contest German a cappella in der Kategorie Amateure hervorgingen, verstanden es, das Publikum zu begeistern und den Besuchern so manchen herzhaften Lacher zu entlocken.

Waren es doch die „66 Haare“, unterlegt mit dem Udo-Jürgens-Schlager „17 Jahr blondes Haar“ des Tenors Ingo Lapp, die dieser unter seiner Perücke „hervorzauberte“ oder auch die unbedingte Notwendigkeit eines Handys, auf das Bassist Jörg Welker angab, zu verzichten.

Die fünf „Bembelsänger, die sich selbst als älteste Boygroup Hessens bezeichnen, entwickelten viel kabarettistisches Talent bei ihren Vorträgen, sei es als Dönerverkäufer und oder auch mit dem Vortrag „Schön ist es zu zwei‘n“, der anfangs vielversprechend einen romantischen Abend bei Kerzenschein einläutete und bei dem es zum Ende hin hieß: „Schalt den Fernseh ein.“

Total begeistert zeigte sich das Publikum auch bei dem „Ingo-Lied“, bei dem sich Ingo Lapp in Frack und Zylinder Mitleid heischend auf Brautschau begab und sich dabei als stimmgewaltiger Tenor entpuppte. Zweiter Tenor Matthias Scholz berichtete musikalisch über das „Verwöhnaroma“ und dabei auch über allzu penetrante menschliche Ausdünstungen.

Nach der Pause traten die „Bembelsänger“ sichtlich gealtert als „Alte Säcke“ auf und waren mit Spazierstock und Rollator auf der Bühne zugange.

Dass sich jedoch in Bad Endbach auch Märchen abspielen, das konnten die aufmerksamen Besucher gesanglich und auch visuell verfolgen. So besangen die „Bembelsänger“ Hänsel und Gretel, die zu einem Häuschen tief im Bad Endbacher Wald unterwegs waren, wo sich Schneewittchen und die sieben Zwerge, Ali Baba und die 40 Räuber treffen und auch das Rotkäppchen sich einen Wolf tanzte. Verblüffend, skurril und einen Lacher wert.

Auch wussten die Sänger zu vermitteln, welche Gefühle die dritten Zähne aufkommen lassen und mimten mit Luftgitarren „So ist Lisa“. Das „Uptown Girl“ und seine Desorientiertheit entsprach so gar nicht den Vorstellungen der Sänger und was mit „Elvira“ während eines Mallorcaurlaubs geschah, das zeigten die zu zahlenden Alimente.

Schon ein bisschen für Gänsehaut sorgten die musikalischen Ankündigungen, welche Handwerker wie zu Tode kommen. So sei es der Chirurg, der über die Klinge springe und - ein Schelm, wer sich etwas dabei denkt - der Beamte, der einfach einschlafe.

Diese Abendstunden ließen bei den Besuchern sicher keinen Funken von Müdigkeit aufkommen, denn oftmals war blitzschnelles Nachdenken gefragt, da sich die Pointen der Vorträge wider Erwarten auch in eine ganz andere Richtung bewegen konnten.

Nach mehreren Zugaben „entließen“ die Zuhörer unter großem Applaus die „Bembelsänger“.

von Helga Peter

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