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"Motor aus" für mehr Lohn

Streik "Motor aus" für mehr Lohn

Heute bleibt der Motor aus. Die Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und in den Streik getreten. Seit vier Uhr in der Früh hat sich kein Schlüssel im Bus-Zündschloss gedreht.

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Ein ganztägiger Streik der Busfahrer soll den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Quelle: Nadine Weigel

"Wir wollen mit diesem zweiten Streik unserer Forderung Nachdruck verleihen", sagt Harald Schnuck, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Die Kernforderung der Busfahrer: eine Herabsenkung der Wochen-Arbeitszeit von 40 auf 39 Stunden und eine Anhebnung des Lohnes von 11.04 Euro auf mindestens 12 Euro.

"Die Arbeitgeber haben bisher nur unzureichende Angebote gemacht", so Schuck weiter. "Wir haben hier Fahrer, die trotz einer Vollbeschäftigung Hartz IV in Anspruch nehmen müssen", unterstreicht er die Forderung nach mehr Geld. Der Beruf sei, so seine weitere Erklärung, zudem sehr stressig. "Das ist ein enormer Druck, der auf den Busfahrern lastet", so Schuck weiter. Die Busfahrer schließen weitere Streiks nicht aus, sollte kein Angebot seitens der Arbeitgeber kommen sollte, über das sie zu verhandeln bereit wären.

Da der Streik angekündigt war, hatten sich viele Fahrgäste bereits am Abend eine Alternative gesucht, um zum Ziel zu gelangen. Das große Chaos blieb vorerst aus.

Fahrgäste reagieren unterschiedlich

Die Fahrgäste reagieren unterschiedlich auf den Warnstreik. Auch auf der facebook-Seite der Oberhessischen Presse wird noch immer diskutiert. So schreibt Nutzerin Michaela Becker: "Auch Busfahrer haben einen angemessenen Lohn verdient! Dann haltet doch einmal zu ihnen und hackt nicht gleich wieder drauf rum." Unterstützt wird sie von facebook-Nutzer Pascal Gluth: "Die deutsche Mentalität Streikenden gegenüber kotzt mich unendlich an. Eine vernünftige Bezahlung in ALLEN Branchen ist notwendig für das Funktionieren einer Volkswirtschaft. Die Lohnentwicklung in Deutschland war in den letzten Jahren einfach unwürdig! Wenn die Gewerkschaft also kaum mehr fordert, als ein Auffangen der Inflation und ein Abbau der Versäumnisse der letzten Jahre, sollte das selbstverständlich sein. Ein bisschen mehr Solidarität, bitte!"

 Weniger Verständnis lässt sich aus folgendem Kommentar ablesen: "Das darf echt nicht wahr sein. Was für egoistische Menschen. Ich bin eh schon aufs Rad umgestiegen. Mein Geld bekommen sie nicht mehr. Für was auch ? Übrigens: für all jene die so Mitleid mit den "armen, unterbezahlten" Busfahrern haben: diese Busfahrer haben die alteingesessenen Busfahrer aus ihren langjährigen Jobs verdrängt WEIL sie bereit waren für einen geringeren Lohn zu arbeiten. Das ist nämlich die Wahrheit. Und kaum hatten sie ihre Stellen wurde alle naselang gestreikt. Das ist eine unglaubliche Dreistigkeit. Zum Glück neigt das Leben ja dazu am Ende eine ausgleichende Gerechtigkeit herbeizuführen."

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier.

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