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Montagsgebet, Demo und Debatte

Klinikum Montagsgebet, Demo und Debatte

Die "gesundheitspolitischen Montagsgebete" haben seit Sommer tausende Menschen dazu gebracht, über Krankheit und Pflege über Kliniken und im Speziellen das UKGM nachzudenken.

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21 Mal versammelten sich hunderte Menschen zum „gesundheitspolitischen Montagsgebet“ in der Elisabethkirche.Foto: Tobias Hirsch

Marburg. An 21 aufeinanderfolgenden Montagen hatten die Elisabethkirchengemeinde und Ärzte und Beschäftigte des Klinikums zum „Gesundheitspolitischen Montagsgebet“ in die Elisabethkirche eingeladen - zwischen 150 und 400 Menschen waren regelmäßig gekommen. Sie hörten und diskutierten „Worte zur Sache“ unter anderem von Medizinern, Pflegekräften, Kommunal- und Landespolitikern, Spezialisten für ethische Fragen oder Fachleuten aus dem sozialen Bereich - auch und vor allem, um die Vorgänge am UKGM, die Debatten um Stellenstreichungen und Verkaufspläne, um Rückkaufforderungen und Alternativen zur privaten Betriebsform zu beurteilen. Denn die Grundstimmung in Marburg - über alle politischen und gesellschaftlichen Lager hinweg - ist: Rettet unser Klinikum, verhindert Stellenabbau. Und die Forderung nach Rückführung in öffentliche und gemeinnützige Trägerschaft findet breite Zustimmung. Vielleicht auch deswegen versuchten, so hat es Dekan Burkhard zur Nieden in einem der ersten Montagsgebete berichtet, hat der ein oder andere Landespolitiker versucht, die Veranstaltungsreihe zu verhindern.

Am Montag um 18 Uhr nun findet das „Gesundheitspolitische Montagsgebet“ zum vorerst letzten Mal statt.

Das Wort „zur Sache“ spricht Oberbürgermeister Egon Vaupel. Er hat sich die Aufgabe gestellt, ein Resümee zu ziehen aus fünf Monaten Gesundheitspolitisches Montagsgebet. Dazu gehört eine Beschreibung des Ist-Zustandes und ein Ausblick auf das, was getan werden muss. Die geistliche Einordnung übernimmt der Dekan des Kirchenkreises Gladenbach, Matthias Ullrich.

Anschließend ist eine „Lichterdemonstration“ zum Marktplatz geplant. Dort wird der DGB-Kreisvorsitzende Pit Metz Stellung nehmen.

Mit dem Beginn der Adventszeit werden die Veranstaltungen bis auf weiteres ausgesetzt. Im neuen Jahr soll über Art und Umfang einer Fortsetzung der Montagsgebete je nach Lage der Dinge entschieden werden.

Ruhe wird es in der Winterzeit dennoch nicht geben. Schon unmittelbar nach der Kundgebung auf dem Marktplatz lädt die Marburger CDU für Montag um 20 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung ins Hörsaalgebäude ein. Den Christdemokraten ist es - vielleicht erstmals seit dem Beginn der Auseinandersetzungen um Stellenabbau am UKGM Anfang des Jahres - gelungen, alle wesentlichen und teils sehr unterschiedlichen Haltungen auf einem Podium zu versammeln. Unter der Fragestellung „Wie weiter mit unserem Klinikum“ diskutieren Dr. Eike Schäfer, niedergelassener Arzt und Mitglied der Initiative „Notruf 113“, der ärztliche Geschäftsführer am UKGM, Professor Dr. Jochen A. Werner, Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund und Betriebsrats-Chefin Bettina Böttcher mit dem Marburger CDU-Vorsitzenden Philipp Stompfe, der im Sommer eine eigene Strategie für eine Überführung des Klinikums in genossenschaftliches Eigentum vorgelegt hatte. „Neben dem Wissensaustausch geht es uns darum, die wesentlichen Beteiligten an einen Tisch zu bringen“, sagte Stompfe der OP. Ihm gehe es um die gemeinsameEntwicklung von Lösungsvorschlägen.

von Till Conrad

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