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Montag weist Bad Endbach die Richtung

Neuer Kompromiss Montag weist Bad Endbach die Richtung

In der Mediation um die Standorte der Windräder auf dem Hilsberg liegen zwei Vorschläge vor, die in der Gemeindevertretersitzung Bad Endbachs am Montagabend eine Rolle spielen könnten.

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Bad Endbach. Es habe ihn zu Beginn der Gespräche überrascht, wie "emotional belastet" die Mediation war, erklärt Friedrich Bohl. Der Mediator erwartete von Anfang an "mehr argumentatives Verhalten", so wie es die Teilnehmer zum Schluss praktizierten. Deshalb bezeichnet Bohl die Mediationsrunde am Samstagnachmittag als "sachlich" und "gut", zumal ein erneuter Kompromissvorschlag herauskam, nachdem das Regierungspräsidium in Gießen den ­ersten Versuch als ­rechtlich nicht ­umsetzbar bewertete.

Am Samstag kam es nach fast dreistündiger Sitzung sogar zu zwei Varianten. Beiden gemein ist, dass die Gemeinde Bad Endbach auf ihrem Gebiet oberhalb des Dautphetaler Ortsteils Holzhausen auf dem Hilsberg statt fünf nur vier Windräder aufstellt, für die insgesamt fünf mögliche Standorte im Gespräch sind. Über diesen möglichen Kompromiss müssen die beteiligten Parteien noch beraten, die Bad Endbacher Gemeindevertreter in ihren Fraktionen noch vor ihrer heutigen Sitzung, die zeitgleich zu einer des Vorstands der Bürgerinitiative (BI) Holzhausen stattfindet. Deren Sprecher Reinhold Weber möchte die Vorschläge, die auch noch den BI-Mitgliedernvorgestellt werden sollen, deshalb nicht bewerten. Er ist allerdings verwundert, dass der Wunsch der BI, nämlich eine "geringe Verschiebung" der Windradstandorte nach Westen, also mehr auf Bad Endbacher Gebiet, im Protokoll keine Berücksichtigung fand. Die Holzhäuser befürchten, auf den Anhöhen rund um ihren Ort von Windrädern umzingelt zu werden, wobei besonders die in der Hauptwindrichtung in südlicher und südwestlicher Lage ein großes Störpotenzial zugeschrieben wird.

Auch Alexandra Jost von der Interessengemeinschaft "Pro Natur Steinperf" fände es "immer noch am schönsten, wenn da nichts entstünde". Allerdings wertet sie den möglichen Verzicht auf ein Windrad, das an dem Standort mit dem alten Buchenbestand vorgesehen war, als "Schritt in die richtige Richtung". Sie verstehe aber nicht, dass am Standort 1 schon gerodet werden könnte, bevor feststehe, ob dieser wirklich zum Tragen komme, nämlich wenn der Standort 4 nicht genehmigt wird. Jost sieht nun die Bad Endbacher Gemeindevertreter am Zug und will bis zu deren Entscheidung am heutigen Abend "nichts weiter sagen". Ebenso verfährt Claus Lixfeld, Vorsitzender der Endbacher Gemeindevertretung. Die Fraktionen müssten noch über den neuerlichen Kompromissvorschlag beraten, zu dem Bauamtsleiter Thomas Reuter am Abend den Gemeindevertretern einige Erläuterungen gebe.

Lehnen die Gemeindevertreter den Kompromiss ab, erübrigen sich somit auch die Stellungnahmen der BI und IG. Bisherige Äußerungen der Fraktionsvorsitzenden tendierten dahin, dass eine Änderung des 5-Standorte-Plans nicht zu hohen finanziellen Einbußen der Gemeinde und auch nicht zu einer rechtlichen Angreifbarkeit sowie zu Mehrbelastungen für den Ortsteil Bottenhorn führen dürfen. Bisher beklagen die Endbacher Verluste auf die gesamte Laufzeit bezogen, die sie auf die Dauer der Mediation zurückführen. Auch gebe es einen "gewissen Termindruck", denn eigentlich sollte der Windpark mit einem Investitionsvolumen von rund 23 Millionen Euro am Jahresende ans Netz gehen.

Die fünf Windkraftanlagen sind schon bestellt, sobald die Baugenehmigung vorliegt, würde das Unternehmen mit der schlüsselfertigen Lieferung - Rodung, Fundamente, Aufstellung - beginnen.Von der Entscheidung der Gemeindevertretung "hängt es ab, wie es weitergeht", sagt auch Bohl. Er stehe zur Verfügung, falls es weitere Gespräche geben solle. Eine Lehre könne jedoch schon jetzt gezogen werden: "Bei weiteren Windkraft-Projekten sollten die Bürger frühzeitig in die Planung einbezogen werden."

Die Endbacher Gemeindevertretung tagt am Montagabend ab 19.30 Uhr öffentlich im großen Saal des Kur- und Bürgerhauses Bad Endbach.

von Gianfranco Fain

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