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Monette kämpft mit Millionen-Verlust

Marburg Monette kämpft mit Millionen-Verlust

Die Wirtschaftskrise hat den Marburger Kabelhersteller Monette fest im Griff: Die Verluste zwischen Juni 2008 und Juni 2009 belaufen sich auf mehr als eine Million Euro.

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Dem Marburger Kabelhersteller Monette fehlen zwei Drittel der Aufträge.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Marburger Fertigungsgesellschaft verzeichnete zwischen 1. Juni 2008 und 1. Juni dieses Jahres einen Verlust von 690 000 Euro, während die Monette Vertriebsgesellschaft ein Defizit von 342 000 Euro erwirtschaftete. Das teilten der Monette-Produktionsleiter Hans Willi Jörgens und der Monette-Betriebsleiter Jörg Schultheis am Freitag vor dem Marburger Arbeitsgericht mit. Dort hatte der Betriebsrat den Einsatz einer Einigungsstelle zur Kurzarbeit beantragt.

Seit dem vergangenen Jahr wird bei dem Marburger Kabelhersteller Kurzarbeit gemacht. Jedoch, so die Angaben des Betriebsrates, nicht von allen 79 Mitarbeitern des Unternehmens. „Wir haben festgestellt, dass nur bestimmte Mitarbeiter in die Kurzarbeit null geschickt werden und alle 14 Mitarbeiter, um die es sich handelt, sind Betriebsratsmitglieder“, argumentierte Gewerkschaftssekretärin Godela Linde für den Betriebsrat. Seit August halte sich die Betriebsleitung schon nicht mehr an die zur Kurzarbeit geschlossene Betriebsvereinbarung, in der festgelegt sei, dass der Betriebsrat den Schicht- und Kurzarbeitsplänen zustimmen müsse. „Das ist seit August nicht mehr passiert“, betonte auch der Betriebsratsvorsitzende, Michael Gerisch. Deshalb sei der Einsatz einer Einigungsstelle vonnöten, ergänzte Linde.
Monette-Rechtsanwalt Steffen Müller zeichnete vor dem Arbeitsgericht ein recht dramatisches Bild der Unternehmenslage: „Die Situation ist existenzbedrohlich“, sagte er und fügte hinzu: „Die Monette bräuchte Auftragseingänge in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Derzeit sind es aber nur etwa 500 000 Euro, die an Auftragseingängen verzeichnet werden.“ Vor dem Hintergrund dieser Zahlen seien im Oktober Interessensausgleichsverhandlungen begonnen worden, falls eine Schließung nicht zu vermeiden sei.

von Katharina Kaufmann

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