Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Mitarbeiter zahlen Zuschläge von Lohn

Arbeitsgericht Marburg Mitarbeiter zahlen Zuschläge von Lohn

Das „kreative Finazierungsmodell“ eines Marburger Malerbetriebs war am Freitag Thema vor dem Marburger Arbeitsgericht.

Voriger Artikel
Streit endet mit Zahlung von 100 Euro
Nächster Artikel
Alte Schule wird zur Begegnungsstätte

Ein Malergeselle bei der Arbeit. Vor dem Arbeitsgericht in Marburg ging es am Freitag um einen Marburger Maler- und Lackiererbetrieb, der Zuschläge für die Mitarbeiter von deren Lohn zahlte, indem er drei Prozent einbehielt. Archivfoto

Marburg. „Kreativ“ und „interessant“ nannte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle das Lohnabrechnungsmodell eines Marburger Malerbetriebs. Dieser hatte im Jahr 2007 einen Auftrag in Frankfurt erhalten und täglich Mitarbeiter zur dortigen Baustelle gesandt. Um die Zuschläge zu finanzieren hatte er - in Absprache mit allen Mitarbeitern und dem Betriebsrat – seinen Arbeitnehmern monatlich drei Prozent des Lohne abgezogen, auf ein Sonderkonto eingezahlt und von dort die Mehraufwendungen, unter anderem einen Auswärtszuschlag, bezahlt.

„Das ist sitten- und rechtswidrig“, sagte Rühle zum Abschluss der Verhandlung, bei der ein ehemaliger Mitarbeiter des Handwerksbetriebes das einbehaltene Geld zurück gefordert hatte. Diesen Antrag wies das Gericht allerdings ab, weil der Mitarbeiter die Ausschlussfrist nicht eingehalten hatte und die Ansprüche somit verfallen waren. „Der Kläger hat zwar verloren, aber dennoch hat er Recht“, betonte Rühle. Denn Arbeitnehmer dürften sich ihre Zuschläge nicht selbst bezahlen. Das habe das Bundesarbeitsgericht in einem anderen Fall ebenfalls so entschieden.

von Katharina Kaufmann

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr