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Mitarbeiter streiken für mehr Lohn

Marburger Tapetenfabrik Mitarbeiter streiken für mehr Lohn

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen traten gestern mehr als 90 Mitarbeiter der Marburger Tapetenfarbik J. B. Schaefer GmbH & Co. KG in Kirchhain in den Streik.

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Rund 90 Mitarbeiter der Marburger Tapetenfabrik J. B. Schaefer GmbH & Co. KG in Kirchhain streikten gestern für 4,5 Prozent mehr Lohn.

Quelle: ver.di

Kirchhain. Die Tapetendrucker, Handwerker und Mitarbeiter der Buchbinderei und im Versand der Marburger Tapetenfabrik folgten damit einem Aufruf des Fachbereichs Medien der Gewerkschaft ver.di. Bereits am 3. Mai hatten sich fast 100 Mitarbeiter der Tapetenfabrik an einem zweistündigen Warnstreik beteiligt.

Hintergrund der Streiks sind laut ver.di die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband um Erhöhungen der Löhne und Gehälter für die Beschäftigten in der Papierverarbeitung. „Am morgigen Mittwoch findet der nächste und dritte Verhandlungstermin in Berlin statt“, erklärte Theo Schulze-Marquardt, Fachbereichssekretär von ver.di in Gießen, gestern gegenüber dieser Zeitung.

Die Gewerkschaft fordere 4,5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber hätten in der letzten Verhandlungsrunde am 4. Mai für das Jahr 2010 aber lediglich eine Einmalzahlung von 330 Euro und für 2011 eine Lohnerhöhung von 1,6 Prozent angeboten. „Das ist nach Auffassung von ver.di – und auch den streikenden Kollegen in Kirchhain – viel zu wenig“, sagte Schulze-Marquardt.

In Kirchhain lag gestern allerdings nicht der ganze Betrieb der Marburger Tapetenfabrik lahm: „Am Streik beteiligten sich nur die Früh- und die Tagschicht, die Spätschicht hat ganz normal gearbeitet“, berichtete der Fachbereichssekretär. Der Streik habe von 6 Uhr morgens bis etwa 16 Uhr gedauert.

In Hessen war die Marburger Tapetenfabrik das erste papierverarbeitende Unternehmen, dass dem Streikaufruf der Gewerkschaft folgte. „Am Mittwoch streiken noch mehr Betriebe, teilweise auch mit allen Schichten“, erklärte Schulze-Marquardt.

„Das war nur ein Warnschuss für den Verhandlungstermin morgen“, erläuterte Schulze-Marquardt. Sollte es am morgigen Mittwoch nicht zu einem akzeptablen Ergebnis für die Arbeitnehmer kommen, müsse mit weiteren Streiks gerechnet werden, so der Gewerkschafter: „Die können dann auch heftiger ausfallen als der gestrige“, ergänzte er. Akzeptabel sei für ihn aber bereits eine Einigung über 4 bis 4,5 Prozent mehr Lohn verteilt auf zwei Jahre. „Das Angebot muss, im Vergleich zu dem, was jetzt auf dem Tisch ist, aber deutlich verbessert werden“, betonte der ver.di-Vertreter. Das sahen auch die Streikenden in Kirchhain, darunter auch einige Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, so.

von Katharina Kaufmann

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