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Mit dem „Bierkrieg“ fängt alles an

Dehoga Mit dem „Bierkrieg“ fängt alles an

Seit 125 Jahren kümmert sich der Marburger Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) um die Belange von Hoteliers und Gastronomen. Am Montag wurde das bei einem Sommerfest gefeiert.

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Der Präsident des Dehoga Hessen, Reinhard Schreek (links), überreichte dem Kreisvorsitzenden Dirk Wolf eine Urkunde und gratulierte zum 125-jährigen Bestehen.

Quelle: Katharina Kaufmann

Gisselberg. Mit dem „Bierkrieg“ im Jahr 1885 fing alles an, berichtete Dirk Wolf, Vorsitzender des Kreisverbandes Marburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Montag beim Sommerfest. Damals hätten sich, so Wolf, 17 Wirte aus Marburg im Café Quentin am Steinweg getroffen und beschlossen, ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen. „Auch heute setzen wir uns noch gemeinsam für die Interessen der Gastwirte und Hoteliers ein“, erklärte der Kreisverbandsvorsitzende die Funktion des Dehoga. Allerdings hätten sich diese über die vergangenen 125 Jahre hinweg geändert. Heute stehen das Rauchverbot und Überlegungen, als Ausgleich für die ermäßigte Mehrwertsteuer eine Bettensteuer einzuführen, auf der Themenliste.

Noch im Gründungsjahr 1885 wählten die Mitglieder Wilhelm Hofmann zu ihrem Vorsitzenden. Den „Bierkrieg“ – eine Auseinandersetzung zwischen Studenten, die forderten den Bierpreis zu senken, und den Marburger Wirten, die dem aus wirtschaftlichen Gründen eben nicht nachkommen wollten – lösten sie schließlich einvernehmlich in einer Art Tarifverhandlung.

Und das ist auch heute noch so: „Wenn wir Probleme haben, setzen wir uns zusammen, denken über eine Lösung nach und reden mit den entsprechenden Leuten, zum Beispiel Politikern, um ihnen unsere Vorschläge näher zu bringen“, berichtete Wolf. Der Dehoga sehe sich immer als Interessengemeinschaft, die sich bei der Politik für die Mitgliedsbetriebe einsetze.

Gut 100 Gaststätten, Restaurants und Hotels sind Mitglied im Dehoga-Kreisverband Marburg. In seinen Hochzeiten gehörten dem Verband bis zu 170 Mitgliedsbetriebe an. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage gingen die Mitgliedszahlen in den vergangenen Jahren allerdings zurück. Bereits vor den beiden Weltkriegen wurden auch gastronomische Betriebe aus der Umgebung Marburgs in den Kreisverband aufgenommen.

von Katharina Kaufmann

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