Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Mit Tempo geht‘s zum Grenzstein 54

Hartenrod Mit Tempo geht‘s zum Grenzstein 54

Die Hartenroder schlossen am Donnerstag ihr Jubiläumsjahr mit einem Grenzgang ab, der als großes Fest mit mehr als 200 Teilnehmern einen Höhepunkt darstellte.

Voriger Artikel
Engagierte Bürger leisten Hilfestellung
Nächster Artikel
Arbeit und Bildung plant für 2012 neue Angebote

Rund 200 Teilnehmer nahmen am Grenzgang in der Gemarkung Hartenrod teil, der den Abschluss der 700-Jahr-Feier des Bad Endbacher Ortsteils bildete.

Quelle: Adrianna Michel

Hartenrod. Aus allen Richtungen strömen kurz vor Start des großen Grenzgangs Wanderer, die mit gefütterten Regenjacken, Mützen und zahlreichen Stockschirmen bestens für die Wetterlage gerüstet sind, zum Treffpunkt vor Heidis Restaurant „Am Spatwerk“.

Hans-Jürgen Debus, Vorsitzender des Festausschusses und Mitglied des Grenzgangs-Organisationsteams, ist begeistert, als er die Menschenmassen sieht. Immer wieder ruft er euphorisch: „Da kommen ja noch mehr.“

Als Debus den Startschuss mit einem lauten Böllerschuss symbolisch untermalt, zucken zwar viele Grenzgänger überrascht zusammen, die Stimmung wird aber durch den Knall noch weiter angefeuert.

Angeführt vom Grenzgangs-Experten Karl-Otto Bamberger zieht der „Lindwurm“ aus Grenzgängern zunächst Richtung Herrnweg. Während der Steigung über das freie Feld wird es windig und kalt. Aus der Ferne erkennen die Wanderer, dass einige „ungeduldige“ Hartenroder auf der Anhöhe „Zur Eiche“ schon die ersten Feuerwerks-Raketen steigen lassen.

Der Experte erzählt, dass der Grenzstein den westlichsten Punkt der Grenze Hessen-Nassau markiert. Nach der Dernbacher Fehde im Jahre 1333 sei die Hartenroder Grenze festgelegt worden, danach habe es immer wieder Grenzstreitigkeiten gegeben, bis schließlich im Jahr 1631 ein Grenzvertrag mit der Gemeinde Siegbach geschlossen worden sei.

„Damit haben wir den ältesten Grenzgang in Hessen“, berichtet der Hobbyforscher. Nach dieser Feststellung rufen die Wanderer „Jawoll“ und „Bravo“.

Nach dem geschichtlichen Rückblick laufen die Grenzgänger zur Ski-Hütte, an der es Würstchen und Getränke gibt. Der Festausschuss spendete 1.500 Euro für das Abschlussfest, sodass die Teilnehmer gratis verpflegt werden.

von Adrianna Michel

Mehr lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr