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Hinterland „Mit Ökologie hat das nichts zu tun“
Landkreis Hinterland „Mit Ökologie hat das nichts zu tun“
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20:31 01.01.2012
Gegen die geplante Windkraftanlage am Hilsberg will sich der neu gewählte Vorstand der Interessengemeinschaft einsetzen. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Holzhausen. Die Holzhäuser Bürger bezogen am Freitagabend im Bürgerhaus während einer Infoveranstaltung eindeutig Stellung zu den geplanten Windrädern am Hilsberg, die die Gemeinde Bad Endbach errichten will. Der kleine Saal des Bürgerhauses schien förmlich aus allen Nähten zu platzen. Zahlreiche Zuhörer standen in der Tür im Foyer, zahlreiche andere mussten quasi um die Ecke von einem Platz aus dem großen Saal zuhören.

Die Stimmung war angespannt, und so war es auch nicht verwunderlich, dass am Ende der Veranstaltung 178 der rund 300 Teilnehmer der „Interessengemeinschaft (IG) zur Förderung des Naturschutzes und der Heimatpflege Holzhausen und Umgebung“ beitraten. Damit setzten die Teilnehmer ein klares Signal gegen die von der Gemeinde Bad Endbach oberhalb ihres Dorfes geplante Windkraftanlage. Hauptärgernis für die Holzhäuser sind die zu erwartenden Emissionen der fünf bis sechs geplanten Windräder sowie der Schaden, der für Flora und Fauna entsteht.

Geplant sind fünf Windräder des Prototyps Ener­con E-101, die eine Höhe von 180 Metern haben sollen. Eine Anlage dieses Typs steht bereits in Oberdieten. Heinz Dilling berichtete als Betroffener von den Emissionen, die er tagtäglich wahrnimmt.  „Das Geräusch ist laut wie ein Flugzeug, das nicht weiterfliegt“.

Dieter Jurkat, einer der acht Initiatoren der Informationsveranstaltung, sagte: „Wir brauchen viele Holzhäuser, Bottenhorner und Steinperfer, die gegen den Bau der Anlage sind.“ Die große Resonanz deutete er als gutes Zeichen für die Arbeit der zu gründenden IG. In Holzhausen werde eine Situation geschaffen, die die Bürger 20 Jahre belasten wird. Jurkat warf Bad Endbachs Bürgermeister Ignoranz und Arroganz vor. Schäfer wolle mit fünf oder sechs Windrädern den defizitären Haushalt seiner Gemeinde sanieren, allen voran das Minus der Therme.

Er ist verärgert darüber, dass Schäfer den ökologischen Aspekt der Energie nutzt, um sein Vorhaben umzusetzen, das in 20 Jahren fast 15 Millionen Euro in die Gemeindekasse spülen soll. Er glaubt, die Windkraftanlage ist zu dicht an Holzhausen geplant. Außerdem würden die „Industrie-Anlagen“ in einen 200 Jahre alten Buchenwald gebaut. „Mit Ökologie hat das nichts zu tun“, sagte er.

Ohne Gegenwehr wollen die Holzhäuser dies nicht hinnehmen. Sie erwägen eine rechtliche Prüfung des Genehmigungsverfahrens.

von Silke Pfeifer-Sternke

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