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Mit Elan in Richtung Zukunft

Firmenjubiläum Mit Elan in Richtung Zukunft

Die Weso-Aurorahütte im Gladenbacher Stadtteil Erdhausen steht für 125 Jahre Weitsicht und Veränderbarkeit. Am Freitag wurde das Jubiläum feierlich begangen.

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Weso-Geschäftsführer (links) Erhard Köhler überreichte Dr. Martin Viessmann und dessen Ehefrau Annette einen gusseisernen Gießereiarbeiter.

Quelle: Sascha Valentin

Gladenbach. Die Weso-Aurorahütte in Erdhausen feierte gestern ihr 125-jähriges Bestehen. Gerade für eine Eisengießerei sei ein solch stolzes Jubiläum keine Selbstverständlichkeit, betonte Geschäftsführer Erhard Köhler. Denn, die Veränderungen in der Heizungsbranche der vergangenen 100 Jahre haben auch die Erdhäuser Hütte zeitweise an den Rand des Fortbestands geführt.

Begonnen hatte alles 1887. Gegründet von Johann Dietrich Wehrenbold, stellte die Gießerei damals gusseiserne Öfen und Herde her. Als in den 1950-er Jahren die Zentralheizung zusehends die Einzelöfen aus den Gebäuden verdrängte, verlor der bisherige Fertigungszweig der Aurora-Hütte jedoch an Bedeutung.

In dieser Zeit sei es zu einem „Massensterben“ der Gießereien gekommen, betonte Unternehmer Dr. Martin Viessmann, zu dessen Unternehmensgruppe die Weso-Hütte heute gehört. Dass sie nicht dasselbe Schicksal ereilt hat, sei vor allem der Weitsicht und der Veränderungsbereitschaft der Verantwortlichen zu jener Zeit zu verdanken, erklärte der Unternehmer.

Mit einem neuen Konzept stellten sie sich auf die veränderten Bedingungen ein und erweiterten die Produktion auf Küchen und Edelstahlschalldämpfer. Als einen zukunftsweisenden Schritt bezeichnete Viessmann die 1963 erfolgte Ausrichtung auf den Kundenguss. Neben Öfen und Herden, die nach wie vor zum Sortiment der Gießerei gehörten, wurden nun zunehmend auch Zulieferteile für industrielle Kunden gefertigt.

„Man hat den stattfindenden Strukturwandel nicht als Risiko gesehen, sondern als Chance begriffen und aktiv die Zusammenarbeit mit den Heizungsbauern gesucht“, sagte Viessmann. So sei Weso 1978 schließlich auch in seiner Unternehmensgruppe gelandet. In sein Lob schloss er dabei ausdrücklich die Mitarbeiter mit ein. Letztlich seien stets sie es gewesen, die mit ihrem Engagement und ihrer Einsatzbereitschaft zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Als Dank dafür versprach Viessmann allen 400 Mitarbeitern der Aurorahütte im Jubiläumsjahr eine Prämie von je 150 Euro.

Zu den großen Kunden Wesos gehört auch der Traktor-Hersteller John Deere, für den die Erdhäuser Bremsscheiben herstellen. Boris Eble, Manager im John-Deere-Werk Mannheim, lobte die Zusammenarbeit mit den Hinterländern und zollte diesen Respekt. „Ich bin von Gießereien immer wieder begeistert“, stellte er fest. „Denn hier findet ein Schöpfungsakt statt. Hier entsteht der Maschinenbau.“ Dabei sei der Aurorahütte das Kunststück gelungen, sich unter dem Druck des Marktes immer wieder neu zu erfinden. Das sei aller Ehren wert, sagte Eble.

Ähnlich äußerte sich auch Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU), der die Bedeutung Wesos als größter Arbeitgeber in der Stadt hervorhob. Gleichzeitig hob Knierim aber auch die Beständigkeit des Unternehmens hervor. „Die Kurzlebigkeit drückt unserer Zeit den Stempel auf. Weso hebt sich davon erfreulich ab“, betonte er.

Wie innovativ die produzierten Gussteile der Aurorahütte eingesetzt werden können, demonstrierte schließlich das Percussion-Duo Klaus Küting und Jogi Nestel.

Sie hatten Bremsscheiben, Hinterglieder von Kesseln, Kesseltüren und Stahl-innenmäntel zu Schlaginstrumenten arrangiert und überraschten die Weso-Belegschaft sowie die Ehrengäste mit einer klangvollen Komposition, die an Vorführungen, wie die der „Blue Man Group“ oder „Drummers of Japan“ erinnerten.

Zum Abschluss meldete sich Weso-Geschäftsführer Erhard Köhler zu Wort. Er betonte, dass dieses Jubiläum keinen Abschluss markiert, sondern man die Rückschau dazu nutzen wolle, mit demselben Elan in Richtung Zukunft zu marschieren, wie man es bereits in den vergangenen 125 Jahren getan habe.

Als Dank für die gute Zusammenarbeit und als Zeichen der Verbundenheit überreichte er Viessmann und dessen Ehefrau Annette einen gusseisernen Gießereiarbeiter.

von Sascha Valentin

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