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Hinterland Missverständnis in der Kommunikation führt zu Kündigung
Landkreis Hinterland Missverständnis in der Kommunikation führt zu Kündigung
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19:45 15.11.2011

Marburg. Der 63-Jährige hatte sich geweigert, mit einem Lkw nach Frankreich zu fahren, weil dieser seiner Ansicht nach nicht verkehrssicher war. Der Mann ist seinen Arbeitsplatz zum Ende des Jahres aber trotzdem los, denn die Geschäftsführer der Spedition haben das Unternehmen aufgegeben.

„Die ordentliche Kündigung wegen Geschäftsaufgabe ist rechtens“, erläuterte Rühle. Die fristlose Entlassung wurde in einem Vergleich jedoch zurückgenommen.

Streitpunkt vor dem Marburger Arbeitsgericht war, ob das betreffende Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt im Oktober die Hauptuntersuchung erfolgreich bestanden hatte und die Plakette erteilt worden war. Der Kläger behauptete, dies sei nicht der Fall gewesen.

Und ohne Plakette, der TÜV war bereits im August abgelaufen, habe er eben nicht nach Frankreich fahren wollen. „Ich lass mir auf die paar Tage doch nichts mehr zuschulden kommen, schließlich bekomme ich die Strafe“, so der Kläger.

Wie die Ehefrau des Klägers berichtete, habe ihr der Geschäftsführer noch gesagt, es sei ja wohl nicht schlimm, wenn die Plakette einmal fehle. Dieser bestritt jedoch, dies gesagt zu haben. „Das hast du wohl gesagt“, entgegnete der Kläger vor Gericht trotzig.

Und somit sei die fristlose Kündigung wohl nicht angemessen, denn diese erfordere eine beharrliche Arbeitsverweigerung, die in diesem Fall wohl kaum vorliege.

Ob man denn überhaupt richtig miteinander gesprochen habe, schließlich arbeite der Fahrer seit 14 Jahren im Betrieb, also kenne man sich doch eigentlich, wollte Rühle wissen. „Das Gespräch war recht knapp“, räumte der Unternehmer ein. Ein Missverständnis wegen mangelnder Kommunikation, resümierte der Arbeitsgerichtsdirektor.

von Heiko Krause

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