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Missachtung der Frischegarantie – Kündigung folgt

Klage Missachtung der Frischegarantie – Kündigung folgt

Weil McDonalds elementare Qualitätstandards des Unternehmens mehrmals schwer verletzt sah, kündigte das Unternehmen einer Servicekraft in einer Marburger Filiale. Diese klagte nun dagegen vor dem Arbeitsgericht.

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Gießen. Der 51-jährige Kläger erläuterte während des Gütetermins vor dem Gießener Arbeitsgericht, dass er seit der Vorlage eines ärztlichen Attestes, das ihm eine Ellenbogenverletzung bescheinigt, Probleme an seiner Arbeitsstelle gehabt habe.

Die Kündigung hielt er für ungerechtfertigt und griff sie an, weil die eingeschränkte Einsetzbarkeit aufgrund seiner Ellenbogenverletzung kein Kündigungsgrund sei.

„Ich habe keine Angst vor der Arbeit, kann mit der Verletzung aber nicht überall arbeiten“, sagte der Kläger.

Das sah die Gegenseite anders: „Die Kündigung ist gerechtfertigt“, erklärte der Vertreter des Unternehmens, denn der Kläger habe schwer gegen die Qualitätsgarantien von McDonalds verstoßen und sei aus den gleichen Gründen im Vorfeld bereits abgemahnt worden. Der Mitarbeiter habe nämlich die Haltezeiten der Produkte manipuliert, so der Vorwurf der Beklagtenseite. Bei der Haltezeit handelt es sich um die Zeit, in der das Produkt zum Verkauf in der Auslage liegen darf. Wird diese Zeit überschritten, wird das Produkt entsorgt – so will es die Frischegarantie, die McDonalds seinen Kunden gibt und bei deren Nichtbeachtung dem Restaurantbetreiber die Lizenz entzogen wird.

Der Kläger habe die Haltezeit jedoch entweder verändert oder alte Produkte neu in den Kreislauf gebracht, „so dass die alten Produkte gar nicht mehr von den neuen unterschieden werden konnten“, berichtete der Unternehmensvertreter. Über seine Verfehlung sei er mehrmals belehrt und zweimal auch deswegen abgemahnt worden. 

Der Kläger bestritt diese Vorwürfe hingegen, es habe zudem keine Belehrung stattgefunden. Ihm sei auch immer gesagt worden, die Haltezeit zu verändern und nicht die Produkte zu entsorgen. „Die Abmahnungen waren doch schon fertig, als ich mein Attest eingereicht habe“, so sein Vorwurf. Das hingegen stritt McDonalds ab.

Eine gütliche Einigung war nicht möglich, und so müssen beide Seiten beim Kammertermin am 10. August die gegenseitigen Vorwürfe beweisen.

von Timo Scheibe

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