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Hinterland Meyer: „Dann bin ich eben ein Lobbyist“
Landkreis Hinterland Meyer: „Dann bin ich eben ein Lobbyist“
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21:39 25.11.2009
Biedenkopfs Bürgermeister Karl-Herrmann Bolldorf (rechts) und der Wallauer Stadtverordneter Ulrich Meyer sind unterschiedlicher Meinung zu brisanten kommunalpolitisichen Themen. Quelle: Privatfotos

Biedenkopf. Die Themen, die den Wallauern unter den Nägeln brennen – Sanierung des Hallenbades, Sanierung des „Alten Bürgermeisteramtes“, Sanierung von maroden Straßen und Liegenschaften und Berücksichtigung im Investitionsplan der Stadt –, wurden vergangene Woche während der UBL-Bürgerversammlung diskutiert und man warf Bolldorf vor, den größten Biedenkopfer Stadtteil zu ignorieren.

Eine Reaktion Bolldorfs ließ nicht lange auf sich warten. Er äußerte heftige Kritik an UBL-Mann Ulrich Meyer, dem einstigen Fraktionsvorsitzenden der SPD. Bolldorf warf dem Wallauer vor, sich aus der Verantwortung gestohlen zu haben und bezeichnete ihn als Lobbyisten und forderte ihn und die Wallauer auf, die Stadtteilbrille abzusetzen. „Als wenig hilfreich und überzogen“ bewertet Meyer die Äußerungen Bolldorfs. Er habe sich keinesfalls aus der Verantwortung gestohlen. Er habe sich beruflich verändert und könne nunmal aus einem Büro in Warschau keine Kommunalpolitik betreiben. Das Zerwürfnis mit der SPD resultiere aus der – wie Meyer es bezeichnet – Menschenhatz gegen die Landtagsabgeordnete Silke Tesch, die der Landeschefin die Gefolgschaft verweigert hatte.

Sein Mandat habe er aber behalten und hospitiere deshalb bei der UBL. Dankbar sei er allerdings für Bolldorfs Äußerung, der Meyer als Lobbyist bezeichnete. „Dann bin ich eben einer und ich bin es gerne und zwar nicht nur für Wallau, sondern auch für andere Ortsteile dieser Stadt, inklusive der Kernstadt“, sagt er. Das Thema Hallenbad Wallau ist Dreh- und Angelpunkt der gegenläufigen Meinungen. Meyer wirft Bolldorf vor, keine klare Position bezogen zu haben. Die SPD habe während der großen Koalition vorgeschlagen, das Wallauer Hallenbad nach der Schließung komplett zu sanieren und dann – innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren – an einer interkommunalen Lösung zu arbeiten. Unrichtig sei die Behauptung Bolldorfs, Meyer habe sowohl die Komplettsanierung des Hallenbades für 4 Millionen Euro sowie eine interkommunale Lösung angestrebt.

Als einen Schildbürgerstreich bezeichnet Meyer die Sanierung des „Alten Bürgermeisteramtes“ in Wallau. Der Ortsbeirat sei vom Bauamtsleiter aufgefordert worden, ein Nutzungskonzept vorzulegen, ohne das Warum dazulegen. Ein paar Wochen später sei ein Bautrupp angerückt und habe eine Mauer eingezogen. Nun sei der Sitzungssaal viel zu klein und kaum noch zu gebrauchen. Dieser Mangel wurde auch von Ortsvorsteher Eckhard Henkel (UBL-Vorsitzender) während der UBL-Bürgerversammlung angesprochen. Ob nun wie angekündigt Fördermittel fließen können, hält Meyer für fraglich, aber er findet es positiv, dass endlich „Bewegung in die Sache kommt“.

Kein gutes Haar am Bürgermeister lässt Meyer beim Thema „Kauf des ehemaligen Deutsche-Bank-Gebäudes“. Bolldorf habe am Parlament vorbei entschieden und „mal eben 100.000 Euro ausgegeben“. Mit der Tatsache habe er das Parlament überrumpelt, dem als Option zur Schadensbegrenzung keine andere Möglichkeit als das Absegnen des Kaufes geblieben sei. „Da sind wir eben verschiedener Meinung über die Auffassung, was und wie ein Bürgermeister sein soll“, sagt Meyer.

von Silke Pfeifer-Sternke

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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