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Meister-Trio bei Handwerkerfamilie Preis

Traditionsunternehmen Meister-Trio bei Handwerkerfamilie Preis

Seit mehr als 150 Jahren gibt es den Malerfachbetrieb A. Preis in Himmelsberg. Nun kann die Familie gleich zwei besondere Ereignisse im Handwerk feiern.

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Drei Generationen – drei Malermeister: Alfons (von links), Arnulf und Alexander Preis arbeiten Hand in Hand auf ihrer neuesten ­Baustelle in Kirchhain.

Quelle: Ina Tannert

Himmelsberg. Die Jahre 1960, 1988 und neuerdings auch 2016 sind wichtige Daten für die Handwerkerfamilie. In allen Jahren erhielt einer der derzeit drei Meister den begehrten Titel. Dieser Tradition folgte auch der Junior des Familienunternehmens, Alexander Preis.

Anfang Dezember erhielt der 23-Jährige seinen Meisterbrief, samt einer besonderen Ehrung: Er wurde von der Handwerkskammer Freiburg ebenfalls als bester Jungmeister 2016 im ­Maler und Lackiererhandwerk ausgezeichnet. Damit gehört er zu den Handwerks-Besten des Jahres, setzte sich gegen 35 andere Gesellen durch und erreichte die höchste Punktzahl im Kammerbezirk. „Ich habe ziemlich abgesahnt und bin schon sehr stolz“, freut sich Alexander Preis.

Voll des Lobes über den frischgebackenen Jungmeister sind auch Vater Arnulf Preis und Großvater Alfons Preis. Damit vereint die Firma drei Meister unter einem Dach. Und das hat schon seit Generationen Tradition in der Familie – so wie die Vornamen, die mit A beginnen, erzählt das Meister-Trio mit einem Schmunzeln. Das war in der Vergangenheit zwar nicht immer so, dafür kann sich das Unternehmen einer langen Geschichte rühmen.

Arnulf Preis kennt keinen Ruhestand

Gegründet wurde die Firma wohl von dem Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater von Alexander – von Heinrich Preis. Zumindest stammt das älteste gefundene Firmendokument aus dieser Zeit: Eine Rechnung aus dem Jahr 1871 für Weißbindearbeiten. „Den Betrieb gab es sicherlich schon vor dieser Zeit“, schätzt der Senior Alfons Preis. Damals arbeiteten die Vorfahren noch als Weißbinder, ein alter Begriff für Maler, und gleichzeitig als Leinweber, um über die Runden zu kommen.

Der Vater des heute 82-Jährigen baute das Unternehmen schließlich zum reinen Malerbetrieb aus, der Sohn trat in seine Fußstapfen, ist seit 1960 Handwerksmeister und übernahm die Firma. Eine Wahl hatte er dabei kaum, als ältester Sohn musste er den Familienbetrieb weiterführen, „früher war das eben so, das gehörte einfach dazu“, erinnert sich Alfons Preis.

Jahrzehntelang führte er die Firma, übergab die Leitung im Jahr 1998 an Sohn Arnulf Preis, damals seit zehn Jahren Meister seines Faches. Zur Ruhe setzte sich der 82-Jährige dennoch nicht, ist bis heute der Erste in der Werkstatt, bereitet bereits am frühen Morgen den Tagesbetrieb vor. „Das hält den Geist wach“, sagt der Rentner mit einem Lachen.

Sein Sohn baute Firma und Angebot weiter aus, „wir sind heute deutlich breiter aufgestellt und immer gut ausgelastet“, kann Arnulf Preis berichten. Ein vielseitigeres Angebot war notwendig, um in der Region bestehen zu können, meint der Chef. „Wir wollten immer in unserem Radius bleiben, immer nur im Landkreis arbeiten“. Heute unterhält die Firma 20 Mitarbeiter.

Alexandes frühe Begeisterung fürs Handwerk

Stillstand gehöre nicht zum Konzept, stete Weiterbildung im Beruf, „um sich immer auf dem neuesten Stand zu halten“, sei wichtig, ebenso wie die Organisation in der Innung. Arnulf Preis ist seit acht Jahren Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Marburg, trat auch dort in die Fußstapfen des Vaters. Der war zuvor bereits ein Vierteljahrhundert im Innungsvorstand und Prüfungsausschuss aktiv.

Ob den beiden auch der Enkel einst folgen wird, ist noch ungewiss, der Meister-Tradition der Familie hat der 23-Jährige indes bereits nachgeeifert. Dass ganze Generationen an Handwerkern ein traditionelles Familienunternehmen weiterführen, ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Das sich auch der Junior für diese Richtung entschieden hat, darüber sind Vater und Großvater froh, „wir hatten immer Glück, das die Söhne stets Interesse am Handwerk gezeigt haben“, blickt der Vater zurück.

Mit seiner Begeisterung für das Handwerk habe es „schon früh angefangen“, erzählt Alexander Preis. Schon als Kind war er ­regelmäßig in der Werkstatt. „Ich konnte mir beruflich gar nichts anderes vorstellen“, erzählt der 23-Jährige. Seine Ausbildung absolvierte er in einem anderen Maler-Betrieb, trat danach dem Familienunternehmen bei und hat noch viel vor.

Nun als frischgebackener Jungmeister plant er erst einmal ein Wirtschaftsstudium, nicht zuletzt, um den gestiegenen kaufmännischen Anforderungen seines Berufes gerecht zu werden. Irgendwann wird er wahrscheinlich die Firma übernehmen. „Aber hoffentlich noch nicht so bald“, hofft der Jungmeister.

von Ina Tannert

 
 
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