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Mehr Mut zum Blaumann, bitte!

Aktionswoche Handwerk Mehr Mut zum Blaumann, bitte!

Mit einem neuen Konzept startet die Aktionswoche Handwerk in das elfte Jahr. Die Jugendlichen können erstmals an einem Standort in die verschiedensten Handwerksberufe hineinschnuppern.

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Hand in Hand arbeiten Bernd Mönnich, Vorsitzender Stadtelternbeirat, Helmut Henkel, Kreishandwerksmeister, sein Stellvertreter Rolph Limbacher, der Leiter der Agentur für Arbeit, Volker Breustedt und Schulamtsleiter Bernhard Drude. Foto: Marie Schulz

Marburg. „Früher, da hat sich der Betrieb den Lehrling ausgesucht. Heute ist das anders herum. Da müssen die Betriebe sich Mühe geben.“ Rolph L;imbacher, Stellvertretender Kreishandwerksmeister hat sie erkannt, die Zeichen der Zeit. Er weiß: Nicht nur Ausbildungsbewerber müssen bei einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen, sondern auch die Betriebe selbst. Denn viele kleinere Unternehmen buhlen regelrecht um die Gunst der potenziellen Auszubildenden. „Viele wollen sich die Hände nicht mehr schmutzig machen. Wollen lieber studieren“, weiß auch Kreishandwerksmeister Helmut Henkel.

Mit der elften Aktionswoche Handwerk wollen die Innungsfachbetriebe den Schülern weiterführender Schulen einen Einblick in die Vielseitige und Anspruchsvolle Berufswelten des Handwerks geben. Zwei Tage lang haben die Jugendlichen Zeit, in die verschiedensten Berufsfelder hineinzuschnuppern. An zwei weiteren Tagen warten auf die Schüler, aber auch auf Jungunternehmer Vorträge und Beratungsgespräche.

„1500 Jugendliche haben im vergangenen Jahr an der Aktion teilgenommen. Unsere Erwartungen für dieses Jahr liegen noch höher.“

Die vergangenen elf Jahre waren eine Kontakt- und Informationsbörse, eine Gelegenheit für die Jugendlichen, Traumberufe zu entdecken und herauszufinden, was sie nicht machen wollen. Für die Organisatoren waren die elf Jahre aber auch Lernzeit. Auch bei der diesjährigen Auflage wird es entscheidende Veränderungen geben.

„Wir werden erstmals alle Berufe vor Ort vorstellen“, erklärt Helmut Henkel. Frisör- und KFZ-Innung also erstmals unter einem Dach. „Das sind geballte Informationen, die den Jugendlichen hier geboten werden. Hier gibt es etwas anzufassen, hier werden keine Luftnummern erprobt, hier gibt es einfach etwas zu begreifen“, lobt der Leiter der Agentur für Arbeit, Volker Breustedt. Er weiß: „Wer hier an dem Angebot teilnimmt, der weiß nicht eine Stunde später, dass er jetzt Elektriker werden möchte. Aber er hat eine Idee von dem bekommen, was er machen kann. Und er hat Ansprechpartner, dir ihm zur Seite stehen“, so Breustedt weiter.

Durch die Zusammenlegung des Angebots auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft erhalten die Schüler die Möglichkeit, in eine Vielzahl der Berufe in einer kurzen Zeit reinzuschnuppern. Frei nach dem Motto: Morgens in der Autowerkstatt, mittags im Kosmetikstudio. Künftige Auszubildende und Ausbildungsbetriebe sollen zusammengeführt, Illusionen genommen und realistische Bilder der Berufe geschaffen werden.

„Wir müssen weiter vermitteln, dass die Ausbildung nach der Schule der normale Gang ist“, erklärt Breustedt mit Hinblick auf den Facharbeitermangel. Viele Jugendliche würden nach der Schule erst einmal eine weitere schulische Qualifizierung vorziehen. „Aber wer eine Chance auf einen Ausbildungsberuf hat, der sollte sie ergreifen. Weiterbilden kann man sich nachher auch noch“, fügt auch Schulamtsleiter Bernhard Drude hinzu.

- Am Dienstag und Mittwoch, 4. und 5. September, werden die Jugendlichen ganztätig die verschiedenen Berufsbilder der Innungsfachbetriebe kennenlernen.

- Am Donnerstag, 6. September, wartet auf Existenzgründer eine Sonderveranstaltung, die ab 18 Uhr über steuerrechtliche Anforderungen nach der Existenzgründung informiert.

- Am Freitag, 7. September, gibt es ein Weiterbildungsangebot um jeweils 11 und 14 Uhr unter dem Titel „Sicheres Auftreten im Beruf - es gibt keine zweite Chance für den ersten Auftritt.“

von Marie Lisa Schulz

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