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Mehr Lehrstellen, weniger Bewerber

Ausbildungsmarkt Mehr Lehrstellen, weniger Bewerber

Während deutschlandweit auf eine Ausbildungsstelle 1,17 Bewerber kommen, sind es im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 0,8 deutlich weniger.

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Ausbilder Christoph Warlitz (links) prüft mit dem Auszubildenden Christian Frosch einen Flanschkrümmer beim Pumpenhersteller KSB AG in Halle/Saale. Im Ausbildungsjahr 2011/12 haben in Deutschland mehr Jugendliche keinen Ausbildungsplatz gefunden als im Vo

Quelle: Jan Woitas

Marburg. Trotz leicht schwächelnder Konjunktur wurden von den heimischen Betrieben im Ausbildungsjahr 2011/12 noch einmal mehr Lehrstellen gemeldet als im Vorjahr. „Wir haben eine leichte Steigerung von einem Prozent und liegen, was die Ausbildungsstellen angeht, sowieso schon auf einem hohen Niveau“, erklärte Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, gestern bei der Vorstellung der Ausbildungsmarktbilanz. In der Region werde noch kräftig ausgebildet.

Das ist nicht überall in Deutschland so: Insgesamt 559900 Jugendliche suchten im Jahr 2011/12 eine Lehrstelle - 3,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund dafür seien die doppelten Abiturjahrgänge, sagte Raimund Becker von der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahl der Ausbildungsstellen liege mit 517000 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Insgesamt sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt positiv, aber regional sehr verschieden. So gebe es in der Bundesrepublik viele Regionen, in denen es für Jugendliche schwer sei, eine Ausbildungsstelle zu finden.

Hessenweit registrierte die Arbeitsagentur wegen der verkürzten Gymnasialzeit und dem Wegfall der Wehrpflicht etwa 45000 Ausbildungssuchende - sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der über die Agenturen angebotenen Lehrstellen ging leicht auf rund 36000 zurück.

„Damit entwickelt sich der Trend bei uns in Marburg-Biedenkopf gegenläufig zum Land“, erklärte Breustedt. Schließlich habe die Arbeitsagentur Marburg ein Plus bei den Stellen und ein Minus bei den Bewerbern. 2071 junge Frauen und Männer meldeten sich im vergangenen Ausbildungsjahr im Marburger Agenturbezirk als ausbildungssuchend. „Das waren 103 oder 4,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor“, so Breustedt. Am Ende des Ausbildungsjahres (30. September) seien es 47 Bewerber gewesen, die noch keinen beruflichen Start in eine Lehre geschafft hatten - 47 Prozent mehr als im Vorjahr 2010/11. „Diese Zahl ist mittlerweile allerdings noch einmal gesunken“, ergänzte der Agenturchef, denn in der Vermittlung gehe immer etwas. „Wir haben auch jetzt noch Stellen für einen Ausbildungsbeginn in diesem Jahr“, erklärte Walter Horn, Leiter des Arbeitgeberservices der Marburger Arbeitsagentur. Bis zum Jahresende rechnet er damit, dass die Zahl der unversorgten Bewerber auf unter zehn Jugendliche sinkt.

Deutschlandweit waren zum 30. September 15700 Bewerber ohne Stelle. Das waren 38,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt blieben jedoch nur 2,8 Prozent der Bewerber unversorgt. 33300 Ausbildungsstellen waren zum Stichtag noch unbesetzt, 73 davon im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Offen sind vor allem noch Lehrstellen für Kaufleute im Einzelhandel, Gebäudereiniger, Verkäufer, Köche und Fachinformatiker. Diesen gegenüber stehen die Wünsche der unversorgten Bewerber, die vor allem Kfz-Mechatroniker, Verkäufer und Bankkaufleute werden wollen.

„Das Wunsch und verfügbare Stelle letztendlich doch nicht zusammenpassen, liegt auch daran, dass die beruflichen Vorstellungen vieler Jugendlicher nicht mit der beruflichen Wirklichkeit übereinstimmen“, schilderte Lena Huth, stellvertretende Teamleiterin der Berufsberatung in der Arbeitsagentur Marburg. Daher sei die Beratung und Orientierung für die Jugendlichen ein wichtiger Punkt, bevor es an die Stellenvermittlung gehe. Festgestellt hat Huth bereits, dass in diesem Jahr eine Tendenz zu mehr und früheren Ausbildungsabbrüchen besteht. „Auch das liegt daran, dass die Jugendlichen plötzlich feststellen, dass der Beruf doch nicht zu ihnen passt“, erläuterte sie.

Auch das Kreisjobcenter blickt auf ein erfolgreiches Ausbildungsjahr zurück: Insgesamt gelang es den Fallmanagern, 169 Jugendliche bei der Aufnahme einer Ausbildung zu unterstützen. Weiteren 188 Jugendlichen wurde ein Angebot zur Orientierung und Qualifizierung unterbreitet. Drei junge Bewerber aus dem Kreis der vom Kreisjobcenter betreuten Jugendlichen blieben unversorgt.

von Katharina Kaufmann

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