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Meditation öffnet „Fenster zum Himmel“

Ikonenausstellung Meditation öffnet „Fenster zum Himmel“

Unter dem Motto „Fenster zum Himmel“ stellt Wichern 30 ihrer Werke aus, die am Mittwoch, 16. Mai, ab 20 Uhr Gegenstand einer meditativen Ikonenbetrachtung unter Mitwirkung von Pfarrerin Natascha Reuter sind.

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Auch Schubladenikonen zählt Gisela Wichern zu ihren Kunstwerken.

Quelle: Helga Peter

Bischoffen. Eine Ikonenausstellung in einer romanischen Kirche ist sicher etwas Besonderes für das Hinterland. Die Kultur-Kirche in Bischoffen bietet Künstlern seit fünf Jahren Gelegenheit ihre Werke vorzustellen. Zudem werden dort auch Literaturabende oder Konzerte veranstaltet.

Die Ikonenmalerin Gisela Wichern, die 1958 in Ehringshausen geboren wurde, wohnt im niedersächsischen Sittensen im Landkreis Rotenburg/Wümme und ist in die alte Heimat gereist, um in Bischoffen ihre Kunstwerke auszustellen, wo ihre Schwester Hannelore Gassen im vergangenen Jahr Mosaike präsentierte.

Gisela Wichern hat eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin bei der Firma Leitz in Wetzlar absolviert und sich in einem Fernlehrgang „Zeichnen und angewandte Graphik“ Fertigkeiten angeeignet, die sie in Zeichen- und Malkursen in der bildnerischen Werkstatt in Rotenburg/Wümme vertieft hat. Bereits im Alter von 20 Jahren, so berichtete sie, fielen ihr Bücher von Walter Nigg in die Hände, in denen dieser die großen geistlichen Lehrer Russlands, die Starzen, und auch das Herzensgebet, eine Gebetspraxis der orthodoxen Christen, beschrieb. Einige Jahre später habe sie in einer Zeitschrift die Abbildung einer neuen Christusikone gesehen und sei wie elektrisiert gewesen. Dann habe es noch drei Jahre gedauert, bis sich die Gelegenheit eines Besuchs eines Ikonenmalkurses der Christusbruderschaft in Gnadenthal im Taunus geboten habe, bei dem die besagte Artikelschreiberin die Dozentin war. Weiterbildungen, zum Beispiel bei Schwester Nektaria, einer serbischen Ordensfrau, schlossen sich an.

Ikonen, die Bilder der Ostkirche, sind gleichsam Fenster zum Himmel, führt die Künstlerin aus. In diesen Werken verbinde sich Himmel und Erde miteinander. Sie seien die Schwelle zwischen dem Göttlichen und Menschlichen. Ikonenmalerei entschleunige.

Schnelles Arbeiten sei dabei nicht gefragt. Auf Holzplatten werde eine Kreideschicht aufgetragen, das Motiv eingeritzt, dann die Vergoldung ausgeführt und die vielfältigen Farbschichten (bis zu 50) nach und nach aufgebracht, wobei aus dem Dunkel in das Licht gearbeitet werde. Interessant ist sicher auch, dass die Künstlerin ihre Farben aus gereinigtem Eigelb (Ei - gleichsam Symbol für neues Leben) und Farbpigmenten selbst herstellt.

Am Mittwoch, 16. Mai, um 20 Uhr, findet eine meditative Ikonenbetrachtung in der Kultur-Kirche statt, bei der die Bischoffener Pfarrerin Natascha Reuter mitwirkt.

von Helga Peter

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