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Hinterland Medikament gegen schwere Leber-Hirn-Störung prämiert
Landkreis Hinterland Medikament gegen schwere Leber-Hirn-Störung prämiert
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18:50 31.10.2013
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (rechts) gratulierte Dr. Michael Jiresch, Geschäftsführer von Norgine Deutschland, zum Galenus-von-Pergamon-Preis.Foto: Norgine
Marburg

Der nach Firmenangaben in der Medizin hoch angesehene Preis wird jährlich vom Springer-Medizinverlag ausgelobt und wurde kürzlich in Berlin in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) überreicht. Ein hochrangiges Expertengremium hat dem in Wehrda ansässigen Unternehmen Norgine den Galenus-von-Pergamon-Preis 2013 für sein Antibiotikum Rifaximin zugesprochen, das seit Kurzem die Zulassung für Patienten mit einer schweren Leber-Hirn-Störung (hepatische Enzephalopathie) erhalten hat.

Der Präsident der Galenus-Jury Professor Dr. Erland Erdmann vom Herzzentrum Köln sagte: „Patienten, die an einer Leber-Hirn-Störung leiden, können mit Rifaximin behandelt werden. Das hat uns überzeugt, Rifaximin den 1. Preis zuzusprechen.“

Die ehrenvolle Preisverleihung zeige, dass auch mittelständische Unternehmen mit innovativen neuen Medikamenten einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung leisten können.

Das Antibiotikum Rifaximin sei schon seit mehreren Jahren für die Behandlung von Reisedurchfall zugelassen, erläutert Dr. Michael Jiresch, seit 2012 Geschäftsführer von Norgine Deutschland, im Gespräch mit der OP. „Das Medikament wirkt gegen schädliche Bakterien im Darm“, sagt er, werde aber vom Körper nicht aufgenommen. Dieses Prinzip hat das Unternehmen sich nun im Kampf gegen eine oft tödlich verlaufende Krankheit zunutze gemacht. Die schwere Leber-Hirn-Störung wird laut Jiresch durch Ammoniak hervorgerufen. Dieses wird von Darmbakterien gebildet. Die stechend riechende, gasförmige Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff wird in der Leber abgebaut - bei gesunden Menschen.

Wer jedoch an einer Leberzirrhose leidet, dessen zentrales Entgiftungsorgan ist nicht in der Lage dazu. Das Ammoniak überwindet die Blut-Hirn-Schranke und beginnt im Gehirn ein zerstörerisches Werk, das unter anderem zu Verwirrtheit, Gang-unsicherheit und Konzentrationsstörungen führt. Für den betroffenen Patienten steigt so auch das Unfallrisiko. Das jetzt prämierte Antibiotikum der Firma Norgine setzt „an der Quelle des Giftes“ an, berichtet Jiresch. Es reduziere die schädlichen Bakterien im Darm und werde als Dauervorbeugung verordnet. So könnten die geschilderten neurologischen Komplikationen verhindert werden.

von Michael Arndt

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