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Mary Njeri Gatitu rettet "Schwestern"

Gladenbach Mary Njeri Gatitu rettet "Schwestern"

Kindern eine Zukunft geben - nach dieser Maxime lebt Mary Njeri Gatitu. Die 46-Jährige leitet ein Kinderheim in Kenia.

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Als Symbol der Verbundenheit schenkt Heimleiterin Mary Njeri Gatitu den Kindern des katholischen Religionsunterrichts Freundschaftsbänder.

Quelle: Privatfoto

Gladenbach. Gladenbach. "Die Hände der Kinder aus den Elendsvierteln in Nairobi sind oft voller Bakterien und schmutzig. Deshalb haben sie auch eine andere Art, sich zu begrüßen", erklärt Mary Njeri Gatitu den Kindern der dritten Klasse des katholischen Religionsunterrichts. Mary Njeri Gatitu leitet ein Kinderheim in Kenia, das traumatisierten, vernachlässigten und misshandelten Mädchen als Zufluchtsort gilt.

Über ihre Arbeit in den Armenvierteln von Nairobi berichtete die Mutter von zwei Kindern vor Schülern und Besuchern im Gladenbacher Kirchenladen Nepomuk. Mit einer Dolmetscherin, die simultan aus dem Englischen übersetzte, zeigte Mary Njeri Gatitu den Besuchern den Slumkinder-Gruß: Die Hand zu einer Faust geballt, berühren sich die unteren Rücken der Finger, dann an die Brust und in die Luft gestreckt. Der Gruß bedeutet: "Wir sind Brüder und Schwestern, im Herzen, unser Dach ist der Himmel"

Die meisten Kinder ohne Eltern, leben schon lange auf der Straße. Mary Njeri Gatitu kümmert sich um sozial benachteiligte Mädchen in Nairobi. Im "Rescue Dada Centre" erhalten sie Schutz und Bildung. Der Name "Rescue Dada Centre", eine Mischung aus Englisch und Kisuaheli, bedeutet: "Rette die Schwester".

Einige der Mädchen haben eine Weile auf der Straße gelebt und sich von Abfällen ernährt. Ihren Hunger betäubten sie mit Drogen. Andere wurden zu Hause geschlagen, sexuell missbraucht und statt in die Schule zum Arbeiten oder Betteln geschickt. Manche haben keine Eltern mehr, andere haben von Vater und Mutter nur Gleichgültigkeit erfahren.

Die Einrichtung der Erzdiözese Nairobi bietet jährlich 70 Mädchen kostenlos Unterkunft, Verpflegung, Psychotherapie, Schulbildung und die Chance auf eine kostenlose oder preiswerte Berufsausbildung. Zum Team des Kinderheims gehören Streetworker, Therapeuten, Lehrkräfte, drei "Hausmütter" und zahlreiche freiwillige Helfer.

"Mädchen sind die Schwächsten der kenianischen Gesellschaft", sagt Mary Njeri Gatitu. "Viele von ihnen werden geschlagen und sexuell missbraucht." Zudem werde in Kenia aufgrund eines traditionellen Rollenverständnisses die Bildung von Frauen und Mädchen vernachlässigt.

"Dabei sind Schule und Beruf gerade für sie essentiell", betonte die Kinderheimleiterin. "Wer einer Frau helfe, helfe einer ganzen Familie. Denn viele Frauen würden von ihren Männern verlassen und blieben mit ihren Kindern allein zurück.

"Warum sind sie denn kahl geschoren?", wollte Julia wissen. "Kennt ihr das Problem der Läuse?", fragte Gatitu. Die Schüler nicken. Zusätzlich seien die Slumkinder auch noch oft von anderen Krankheiten betroffen, weil es in den Elendsvierteln grundlegend an Sauberkeit mangelt.

"Sie werden bei uns erst mal gründlich gewaschen, bekommen die Haare geschnitten und werden von einem Arzt untersucht."

Die Schüler stellten noch viele Fragen. Die Stunde war viel zu kurz. Am Ende überreicht Gatitu den Besuchern Freundschaftsketten.

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