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Maria, Josef und jede Menge Lutscher

Reimershausen Maria, Josef und jede Menge Lutscher

Die 45 Mitwirkenden an der Weihnachtsgeschichte üben zwei Tage vor der Erstaufführung zum ersten Mal gemeinsam.

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Maria und Josef, gespielt von Franziska und Thorsten Möller, erkundigen sich bei Erika Schmidt nach einer Unterkunft. Beate Jung ist mit mehreren Gesangsstücken zu hören, unter anderem das „Gloria“ und „Josef bleib stehen, ich kann nicht mehr“.

Quelle: Michael Hoffsteter

Reimershausen. Bergan geht es von Reimershausen aus zum Wald. Eine Steigung, die der pfeifende, eiskalte Wind noch beschwerlicher macht. Ob Maria und Josef, damals vor etwas mehr als 2.000 Jahren, auch so fröstelten?

Endlich ist oben an der Gabelung der Stall zu sehen, in dem ihre Geschichte erzählt wird. Licht dringt aus den Ritzen, beim näher kommen sind Menschenstimmen zu hören. Darinnen, wo sonst Schweine und Rinder untergebracht sind, haben sich 45 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer zusammengefunden, allesamt irgendwie aus Reimershausen stammend, um im Jahre des 750-jährigen Bestehens ihres Ortes, eine besondere Vorweihnachtszeit zu erleben.

Es ist das erste Mal, das sie zusammen proben und alle werden still, selbst von der Schafherde ist nichts mehr zu hören, als Katharina Franz in einem Sessel sitzend leise ihre Stimme erhebt.

Im Dialekt berichtet Großmutter Franz, dass sie in ihren 91 Jahren schon sehr vieles sehen durfte und auch darüber, was das kleine Dörfchen, in dem sie zu Hause ist, schon erlebt hat. Wie eine Spinnerin webt sie das Netz vom Jubiläumsjahr bis zu dem Tag im Morgenland, als  das Kind in der Krippe lag.

Das ist der Einsatz für die anderen Darsteller. In ihren Kostümen stellen sie Maria und Josef, Hirten und Engel, Wirtsleute und die drei Weisen. Die ehemaligen Reimershäuser sind übrigens nach Fronhausen emigriert. Nur das Christkind ist an diesem Abend eine Puppe. Der jüngste Mitwirkende ist schon ein Jahr alt und damit etwas zu groß für ein Neugeborenes.

 

Auf die Idee eine Waldweihnacht aufzuführen kamen Anke Kraft und Beate Jung. Beide erkundeten in dem 130-Seelen-Ort, ob es genug Mitwirkende und Helfer gebe. So begab es sich, dass die Famile Michel/Lehmann ihren Stall bereit stellte. Für die Aufführung mussten die Trennwände ebenso weichen wie die Rinder, Kälber und Schweine.

Der kalte Wind pfeift immer noch durch die Ritzen, als die Probe nach gut eineinviertel Stunde beendet ist. Auch wenn die Reimershäuser Waldweihnacht das Herz erwärmt, so sind Besucher doch gut beraten, sich warm einzupacken. Denn er nach der Vorstellung bietet die Dorfgemeinschaft eine heiße Suppe und auch warme Getränke an.   

von Ingrid Lang

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