Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Bastians Ziel: 2021 wieder die Mehrheit

Kommunalpolitischer Neuling Bastians Ziel: 2021 wieder die Mehrheit

2012 trat der heute 30-jährige Marc Bastian in die CDU ein, 2016 wurde er ins Parlament gewählt und seit Kurzem hat er das Zepter an der Spitze des Gladenbacher Stadtverbands in der Hand.

Voriger Artikel
Neubau im Zeichen der Kommunikation
Nächster Artikel
Arztmangel: Zwei Praxen schließen in Dautphetal

Marc Bastian ist seit kurzem Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Gladenbach.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Der kommunalpolitische Jungspund Marc Bastian hat ein großes Ziel vor ­Augen: Bei der Kommunalwahl 2021 sollen die Christdemokraten wieder stärkste Kraft im Stadtparlament werden. „Wir haben aus der Watschn gelernt“, sagt Marc Bastian selbstbewusst. Seit März 2016 sitzt er für die Christdemokraten im Stadtparlament, engagiert sich im Haupt- und Finanzausschuss und ist Mitglied im Ortsbeirat Gladenbach. Politisch hat er sich einiges auf die Fahnen geschrieben: Er will in seiner Heimatstadt etwas bewegen. Hilfreich ist dabei sein neues Amt als Chef des Stadtverbandes. Mit Unterstützung der CDU-Fraktion und der Kreis-CDU will Bastian Ideen anschieben.

„Ich denke, dass Gladenbach viel zu wenig aus dem vorhandenen Potenzial macht und trotz der angespannten Kassensituation hinter seinen Möglichkeiten bleibt“, sagt er. Ihm sind Arbeitsplätze im Stadtgebiet besonders wichtig, und er will sich dafür einsetzen, dass Jugendliche politisch mehr eingebunden werden.

„Jedem muss klar sein, dass eine Demokratie nur dann funktioniert, wenn man sich einbringt“, sagt der Vater eines vier Monate alten Sohnes. Auch er war in der Vergangenheit nicht immer zufrieden mit den Entscheidungen der städtischen Gremien und des Öfteren ging er in seiner Funktion als stellvertretender Wehrführer und später auch als Wehrführer mit der Verwaltung und den Entscheidungsträgern auf Konfrontationskurs. Im Nachhinein betrachtet tut ihm manches leid. Aber in allen Diskussionen sei er sich stets treu geblieben. Er sieht auch keinen Grund, sich  als Abgeordneter zu ändern. Er sagt was er denkt, weil er sich nicht verstellen möchte, um in irgendein Raster zu passen.

"Das ist keine gute Werbung"

Zur Kommunalpolitik gekommen ist Bastian durch den ­Altbürgermeister Klaus-Dieter­ Knierim (damals CDU, heute­ FW). Auf Knierims Wirken ­unterschrieb Bastian 2012 den Mitgliedsantrag in der CDU. Sein politisches Vorbild ist der Weidenhäuser Helmut Wild. „Ich bewundere ihn dafür, dass er mit seiner Ruhe und Erfahrung immer ein Ansprechpartner war und nach wie vor ist“, sagt Bastian. Bewegend war für ihn der Moment, als Wild unter stehenden Ovationen von den Stadtverordneten verabschiedet wurde. „Das hatte Stil“, sagt der 30-Jährige.

Dass die Christdemokraten im Gladenbacher Parlament keine­ Mehrheit mehr haben, wertet Bastian als Chance. Die CDU habe in den vergangenen Jahren nicht alles richtig gemacht. „Dafür wurden wir abgestraft“, sagt er. Aus ihren Fehlern wolle die CDU lernen und 2021 wieder in größerer Konstellation in der Stadtverordnetenversammlung sitzen. Zugegeben: Die CDU müsse noch lernen, als Opposition aufzutreten. Aber auch ohne Mehrheit sieht Bastian seine Fraktion in der Lage, sinnvolle Anträge anzustoßen und voranzutreiben.

Kritisch bewertet der Politik-Neuling, dass Absprachen unter den Fraktionen zum Teil in der Sitzung des Parlaments doch noch gekippt worden sind. Auch ist er enttäuscht darüber, dass politische Versprechen, wie die Senkung der Gewerbesteuer, nicht umgesetzt werden. „Das ist keine gute Werbung für die Kommunalpolitik in Gladenbach“, sagt er.

Dennoch hat er seine Entscheidung, sich politisch zu engagieren, noch nicht bereut. Aber, auch er hat Sympathiepunkte verloren – vor allem bei seinem Schwerpunktthema Feuerwehr, für das er sprichwörtlich brennt. Als aktiver Feuerwehrmann ist es ihm ein besonderes Anliegen, die Feuerwehren bestmöglich auszustatten. Allerdings sei er nicht dafür gewählt worden, um seine eigenen Interessen zu vertreten. Das Thema „Feuerwache Erdhausen“, das er kritisch hinterfragt hatte, führte vielfach zu Irritationen. Ebenso nach seiner Aussage „Luxus“ in Bezug auf den  Kunstrasenplatz in Weidenhausen in der Haushaltsdebatte. Dass er nicht immer Ja sage, dürfe ihm nicht angelastet werden. Kanten gehören aus Bastians Sicht zu jedem und „die darf man auch mal zeigen“, sagt der 30-Jährige.

Gladenbach soll sich nicht verstecken

Als einen Meilenstein bewertet Bastian die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, das ehemalige Tenniszentrum umzufunktionieren, damit es an einen Gewerbetreibenden verkauft werden kann, was wiederum Arbeitsplätze nach Gladenbach holt und belegt, dass die Hinterlandkommune für Gewerbeansiedlungen attraktiv sei.

Der Christdemokrat hält es für wichtig, dass die Stadtverwaltung in Zukunft verstärkt bemüht sein muss, Gewerbe in Gladenbach anzusiedeln. Sein Motto: probieren geht über studieren. Und so hat er auch auf eigene Faust das Gespräch mit einer Firma gesucht, die in der Nachbarkommune Biedenkopf vor Problemen stand.

Ob sein Engagement überhaupt etwas bewirkt hat, ist für ihn dabei zweitrangig. Entscheidend sei, dass Gladenbach in Zukunft „etwas lauter Trommeln kann“. Die Hinterlandkommune solle mit ihren Pfründen nicht hinterm Berg halten: gute Infrastruktur und gute Verkehrsanbindung seien wichtige Indikatoren für Investoren.

„Man darf sich nicht nur aus der zweiten Reihe melden, wenn die erste Reihe flügellahm ist“, ist Bastian überzeugt. Für ihn sind Präsenz und eine klare Linie der Schlüssel zum Erfolg. Für die Zukunft hofft er, dass Gladenbach weniger Zeit mit Probeaufbauten von Autoscootern und Rechtsstreitigkeiten aufwendet, sondern sich stattdessen an die großen Dinge wie Immobiliengeschäfte wagt, um die Hinterlandkommune nach vorn zu bringen.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr