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Malte Steiert holt sich „Löwen“-Deal

TV-Show Malte Steiert holt sich „Löwen“-Deal

Vor gut 2,6 Millionen 
Zuschauern präsentierte der ehemalige Marburger Malte Steiert in der „Höhle der Löwen“ gemeinsam mit Finn Fahrenkrug seine App „Foodguide“ – und erhielt die Zusage eines Investments.

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Der gebürtige Marburger Malte Steiert (rechts) und Finn Fahrenkrug (links) aus Hamburg haben ­einen Deal mit Carsten Maschmeyer. Er investiert 450.000 Euro für 31,7 Prozent der Anteile an der App „Foodguide“.

Quelle: VOX

Marburg. Bereits im März war die Sendung, die am ­Dienstag lief, aufgezeichnet worden. Und doch fieberten auch die Eltern von Malte Steiert mit. „Als Eltern waren wir natürlich aufgeregt, obwohl wir ja wussten, wie es ausgeht. Aber es ist ja alles ganz gut gelaufen“, so Vater Jürgen Steiert.

„Gut gelaufen“ trifft die Einschätzung. Denn direkt als erste wagten sich Malte Steiert und Finn Fahrenkrug in die ­„Höhle der Löwen“, um bei den fünf potenziellen Investoren ihre App „Foodguide“ vorzustellen. Ihr Ziel: 450.000 Euro für 15 Prozent der Anteile, um weiter expandieren zu können. 2015 entwickelte Steiert das „Tinder für Essen“. „Wir sind ein soziales Netzwerk für Essen, in dem Nutzer über selbst gemachte Fotos Gerichte miteinander teilen und Empfehlungen aussprechen können“, erklärt Steiert. Der Benutzer bekommt Fotos von Gerichten aus Restaurants in der Nähe angezeigt und kann dann nach links wischen, um das Gericht zu verwerfen – oder nach rechts, wodurch es in die Favoritenliste aufgenommen wird.

Sendung gibt Downloads neuen Schub

Entscheidet sich der Benutzer für ein Gericht, zeigt ihm die App den Weg, informiert über das Preisgefüge des Restaurants, reserviert einen Tisch oder sorgt gegebenenfalls dafür, dass das Gericht geliefert wird.

Vor der Ausstrahlung der Sendung hatten bereits 400.000 Benutzer die App herunterge­laden. „Seitdem sind die Down­loads nochmal rasant angestiegen“, sagt der Ex-Marburger im Gespräch mit der OP. Zu Hochzeiten hätten 7500 gleichzeitig die App genutzt, „sonst sind es vielleicht 50 im vergleichbaren Zeitraum“.

Im App-Store von Apple sei man derzeit die Nummer eins bei Essen und Trinken, „noch vor Mc Donald’s und Burger King, außerdem wurden wir App des Tages. Das bringt eine Menge Downloads, führt aber mitunter auch zu schlechten Bewertungen, weil die Server teils überlastet waren“, beleuchtet der 24-Jährige Licht und Schatten des plötzlichen Erfolgs. Insgesamt hätten sich nach der Ausstrahlung rund 20.000 neue Nutzer registriert – sonst seien es zwischen 400 und 600.

Gründer präsentieren App eineinhalb Stunden lang

In die Sendung seien die beiden Gründer „mit gemischten Gefühlen“ gegangen. „Witzi­gerweise sind wir kurz vorher schon auf einer Messe mit einem Fonds von Carsten Maschmeyer in Kontakt getreten. Als aber dann klar war, dass wir bei der ,Höhle der Löwen‘ angenommen worden waren, haben wir alles sofort gestoppt.“ Denn: Der potenzielle Investor darf vor dem Kontakt mit den Gründern nichts vom Projekt wissen.

Eineinhalb Stunden lang durften die Gründer ihr Projekt vorstellen – in der Sendung führten sie eine Mini-Version der App vor, um Restaurant-Empfehlungen für Paris zu erhalten. Und das wäre Steiert und Fahrenkrug beinahe zum Verhängnis geworden, denn die Mini-
Version programmierten sie auf dem Weg nach Köln im Zug. „Aus Versehen haben wir nachts um halb zwölf alle Bilder gelöscht – und wir brauchten sie bis morgens um acht.“ Dank des Teams in Hamburg hätten sie es aber noch geschafft, „wir waren aber ganz schön müde“, sagt Steier lachend.

Geld fließt in Android-Software

Am Ende war es Carsten Maschmeyer, der sich bereit erklärte, die geforderte Summe von 450.000 Euro zu investieren. Den in Tranchen vom Finanzunternehmer bereitgestellten Betrag will das 20-köpfige Team, das im Hamburger Schanzenviertel zu Hause ist, in die gezielte Entwicklung und Expansion von Foodguide investieren.
„In Deutschland und wichtigen europäischen Metropolen sind wir ja bereits sehr gut aufgestellt, als nächstes Ziel warten 2018 die USA auf uns“, sagt Steiert, der bereits für den Dokumentarfilm „Starting Up USA“ austesten konnte, wie es deutschen Gründern in Übersee ­ergehen kann. Der Ex-Marburger ist zuversichtlich: „Wenn wir es in Amerika schaffen ist der Schritt nach Asien und Australien noch leichter.“

Mit dem Geld soll zunächst die Version für Android-Software weiterentwickelt ­werden, „denn die ist bei uns noch recht schwach“. Zudem könne das „Foodguide“-Team nun mit Festangestellten wachsen, „das war vorher durchaus schwierig, wir hatten viele Praktikanten im stetigen Wechsel“.

Am Dienstag haben Steiert und sein Team groß in Hamburg gefeiert, „wir haben gemeinsam die Show geschaut und dann gefeiert“, sagt er – denn die Sendung sei ein voller Erfolg gewesen. Denn der Deal umfasst nicht nur eine Finanzspritze: Seit Aufzeichnung der Sendung im März stehen Carsten Maschmeyer und sein Team von „seed + speed Ventures“ regelmäßig im Austausch mit den Hamburger Jungunternehmern.

von Andreas Schmidt

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