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Hinterland Die Gefahrenabwehr stets im Blick
Landkreis Hinterland Die Gefahrenabwehr stets im Blick
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16:10 21.04.2017
Manuel Siemes von der IHK (von rechts) übergab eine Urkunde zum 25-jährigen Bestehen an die Mitarbeiter der „Rettungswesen und Notfallmedizin“ GmbH, Karsten Reinhardt, Lisa Reinhardt, 
Dr. Miriam Andrae-Welker, Stefan Giersiefer und Stefan Uhlenköttel. Quelle: Freya Altmüller
Marburg

„Ich sitze viele hundert Stunden in Rettungsleitstellen und beobachte, wie sie arbeiten“, erklärt Karsten Reinhardt, Geschäftsführer der „Rettungswesen und Notfallmedizin“ GmbH (RUN). Die Strukturen seien zwar in jeder Leitstelle ähnlich, die feinen Arbeitsabläufe aber anders. „Sonst wird man dem nicht gerecht, wenn man es sich nicht vor Ort anschaut.“

Eine der Aufgaben seines Büros ist die Ermittlung des Personalbedarfs in Rettungsleitstellen. Es gehe darum festzustellen, wie viele Mitarbeiter wann verfügbar sein müssen, um Notrufe in kurzer Frist entgegennehmen und bearbeiten zu können.

Dem Unternehmer zufolge gibt es in Deutschland nur wenige solcher Beratungsunternehmen, die im Bereich Gefahrenabwehr tätig sind. „In Hessen sind wir die einzigen.“ Nach seinem Studium in Marburg gründete der Diplomgeograf vor 25 Jahren gemeinsam mit zwei Kollegen das Unternehmen. Jüngst feierte er das Betriebsjubiläum. Manuel Siemes von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg überreichte eine Ehrenurkunde.

Eine Million Datensätze gespeichert

Reinhardt hat heute sechs Angestellte, darunter Statistiker und Psychologen. Aber auch mit freien Mathematikern und Informatikern arbeitet er zusammen. Denn um beispielsweise zu ermitteln, warum das Rettungspersonal zu langsam ausrückt, müssen nicht nur geografische, sondern unter Umständen auch psychologische und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden.

Auftraggeber seien Ministerien der Bundesländer, Krankenkassen, Landkreise, Städte und Gemeinden sowie Leistungserbringer. „Unser erstes Projekt war 
eine Erhebung und Bewertung der Rettungsstrukturen, die sich nach der Wende in Thüringen ganz neu bildeten“, erinnert sich der Unternehmer. Seit zwölf Jahren sei es mittlerweile auch die Aufgabe des Büros, im Auftrag der Bundesländer alle Rettungshubschraubereinsätze in Deutschland auszuwerten. ­Seitdem seien bereits mehr als eine Million Datensätze zusammengekommen, die für ­Planungen genutzt werden könnten.

In Niedersachsen werte das Unternehmen im Auftrag von Ministerien und Krankenkassen Transporteinsätze von Intensivpatienten aus. In Hessen sei das Büro Prüfungsbeauftragter des Präsidenten des Landesrechnungshofs gewesen um festzustellen, ob die Landkreise ihrer Aufgabenstellung im Rechnungsdienst nachkommen.

„Wir haben hier im Landkreis nur wenige potenzielle Kunden“, erläutert Reinhardt. Im Auftrag der Stadt arbeite das Büro an der Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehren mit. Für das Uniklinikum sei das Unternehmen an der Aufstellung einer Werksfeuerwehr beteiligt gewesen.

von Freya Altmüller

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