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Hinterland Lunge wird auf Herz und Nieren geprüft
Landkreis Hinterland Lunge wird auf Herz und Nieren geprüft
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20:20 25.10.2010
Ob Lungenfunktionstest oder Radeln auf dem Ergometer – die Experten um Dr. Wolfgang Schürmann (rechts) werteten die Ergebnisse der Besucher während des Lungenaktionstages in Marburg exakt aus. Quelle: Julia Wolf

Marburg. Zum Deutschen Lungentag am Samstag hatten auch Ärzte, Apotheker und andere Vertreter des Gesundheitswesens einen Aktionstag in Marburg ins Leben gerufen. Neben einem Lungenfunktionstest, mit anschließender Auswertung von Facharzt Dr. Wolfgang Schürmann, konnten sich die interessierten Einkäufer in der Sportabteilung des Kaufhauses Ahrens unter anderem auch auf einem Fahrradergometer die „Lunge aus dem Leib“ strampeln.

„Wir haben eine dreiteilig konzipierte Fortbildung zu dem Lungenaktionstag gemacht“, berichtete Dr Susanne Rück, Sprecherin der Apotheken aus Marburg und dem Umland. Besonders wichtig sei es ihr, auszustrahlen, dass man im Gesundheitswesen zusammenarbeitet. So seien an den Fortbildungen neben Apothekern, auch Ärzte und andere Vertreter des Gesundheitswesens beteiligt gewesen.

„Wir Apotheker sind ja meist die erste Anlaufstelle für Menschen mit Husten. Sind wir mit unserem Latein am Ende, schicken wir sie zum Hausarzt und der wiederum zum Facharzt“, erklärte die Apothekerin. Außerdem sei es wichtig, den Patienten Sicherheit zu geben.

Ein häufiges Problem der Patienten mit einer Lungenerkrankung sei die Gesetzgebung, die die Apotheken dazu verpflichte, kassenspezifische Medikamente auszugeben. „Bei Atemwegserkrankungen geht das gar nicht, weil wir als Fachärzte die Handhabung eines Medikamentes genau auf den Patienten zuschneiden müssen“, ergänzte Dr. Wolfgang Schürmann. Es gebe jedoch die Möglichkeit mit Hilfe eines Kreuzchens auf dem Rezept, den Apothekern mitzuteilen, dass das vom Facharzt verschriebene Medikament nicht ausgetauscht werden darf.

Aber auch die Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten ist laut Schürmann von elementarer Wichtigkeit. „Gerade bei der Lungenkrankheit copd, was chronisch obstruktive Lungenerkrankung heißt, ist Bewegung ein zentraler Bestandteil zur Linderung der Beschwerden“, erklärte die Atempädagogin Rega Rutte. Daher biete sie den Patienten eine individuell ausgearbeitete Behandlung und Trainingseinheit an, wie sie den Besuchern beim Lungenaktionstag erläuterte. „Der Patient muss lernen, sich gut zu bewegen“, fügte Marion Carle hinzu.

Marburg hat den Aussagen der Veranstalter zufolge einen großen Vorteil für Lungenpatienten, „da die verschiedenen Sektoren gut miteinander arbeiten“, betonte Schürmann.

von Julia Wolf