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Lohras Gemeindevertreter bejahen schnelles Internet

Breitbandgesellschaft Lohras Gemeindevertreter bejahen schnelles Internet

Parlamentarier gaben Zustimmung zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft nachdem ein Vertreter des Landkreises ihre Fragen beantwortete hatte.

Rollshausen. Bevor die Sitzung der Gemeindevertreter Lohras am Donnerstagabend turbulent wurde und zum Rücktritt des Vorsitzenden Manfred Gerhardt führte, handelten die Parlamentarier noch einen Tagesordnungspunkt ab, für den Reiner Röder von der Kommunalaufsicht des Landratsamts zur Sitzung ins Dorfgemeinschaftshaus Rollshausen gekommen war. Dort beantwortete er Fragen der Gemeindevertreter zur Gründung einer GmbH zum Aufbau einer flächendeckenden Breitbandversorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Röder erläuterte die Notwendigkeit des Ausbaus mit der Erkenntnis, dass die Anbieter eine bessere Versorgung des Landkreises aus Kostengründen nicht erwägen. Die Kosten, um im gesamten Landkreis Glasfaserkabel bis zu den Knotenpunkten zu legen, bezifferte er auf 43 Millionen Euro. Dafür würden 540 Kilometer Kabel verlegt, was realistisch betrachtet vier Jahre dauern werde. Die Reihenfolge werde ermittelt, nach Bewohnerzahl und Unterversorgungsgrad, das heißt: wo die meisten Bürger schnelles Internet wollen und am schlechtesten versorgt sind, wird zuerst angeschlossen. Der Bedarf soll durch eine Umfrage unter der Landkreisbevölkerung ermittelt werden. Das Land Hessen bürgt für das Projekt mit 200 Millionen Euro. Die Landkreise, die zuerst beantragen, wären sicherlich dabei. Deshalb ist angestrebt, bis Ende September alle Zustimmungen vorliegen zu haben, um die Gesellschaft im Oktober gründen zu können.

Für die Gemeinde Lohra bedeutet dies: Für eine Beteiligung in Höhe von 27000 Euro profitiere man mit einer 1,7-Millionen-Euro-Investition. Ein Austritt aus der Gesellschaft sei nicht vorgesehen, damit diese funktioniere. Das Geld sei nur verloren, wenn die Gesellschaft nicht überlebe, dann müsste die Gemeinde gar 10 Euro pro Einwohner nachschießen.

Die Gesellschaft refinanziere sich aus den Abgaben des späteren Betreibers, der 90 Euro pro Anschluss und Jahr zahlen müsse. Ein Betreiber stehe noch nicht fest, es werde aber erst mit dem Verlegen begonnen, wenn ein Vertrag geschlossen sei.

Die Gemeindevertreter willigten einstimmig der Gründung zu und betrauten den Landkreis mit der Umsetzung.

von Gianfranco Fain

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