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Lohras Brandruine schränkt Schüler ein

Lohra Lohras Brandruine schränkt Schüler ein

Am 22. Februar brannte eine Scheune an der Ecke Schulstraße/Nanzhäuser Weg aus. Die Ruine steht noch, ebenso wie der Schutzzaun, der die Schulkinder fernhält. Ein Zustand, der mittlerweile Eltern und Lehrer aufregt.

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Der Bewegungsdrang der Kinder ist auf dem Hof der Grundschule Lohra durch einen Bauzaun eingeschränkt. Der Grund ist die Einsturzgefahr der Brandruine auf dem Nachbargrundstück.

Lohra. Mehr als zwei Monate ist es her, als in der Nacht zum ­Mittwoch, 22. Februar, die Scheune des Anwesens in der Schulstraße 21 lichterloh brannte. Die Feuerwehrleute aus allen Ortsteilen der Großgemeinde Lohra waren vor Ort und verhinderten, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übersprang. Allerdings hatten sie nicht nur mit den Flammen, sondern auch mit widrigen Umständen zu kämpfen: Das abfließende Löschwasser gefror und verwandelte die Einsatzfläche in eine Rutschbahn und die Feuerwehrleute kamen an die vielen Brandnester nicht heran, da das Gebäude einzustürzen drohte.

Aus diesem Grund errichteten Bauhofmitarbeiter noch am Mittwochmorgen einen Schutzzaun, der aus Sicherheitsgründen einen Abstand abgrenzt, der das mehrfache der Firsthöhe beträgt. Der Zaun ragt weit in das Grundstück der benachbarten Schule ein und verringert so die Fläche des Schulhofes.

„Etwa 50 Prozent“, schätzt Schulleiter Markus Hemberger würde den Schülern an Platz fehlen. Das habe zur Folge, dass die Kinder keine Ballspiele mehr betreiben könnten und auch das freie Laufen eingeschränkt sei. Ein unhaltbarer Zustand, ist sich Hemberger mit dem Lehrerkollegium und dem Schulelternbeirat einig, der auch beobachtet hat, dass die Kinder „weitaus aggressiver“ geworden seien. Erschwerend komme noch hinzu, dass wegen der Sperrung des Nanzhäuser Weges der Kirchweg für den Verkehr freigegeben wurde, was für die Schüler eine zusätzliche Gefährdung auf dem Weg zur Turnhalle mit sich bringe, erklärt Hemberger.

Der Kirchweg war 25 Jahre gesperrt, erläutert Bürgermeister Georg Gaul. Die Öffnung führe zu einem großen Verkehrsaufkommen und zu Beschwerden der Anlieger. Jedoch, so der Bürgermeister, sei in diesem Fall nicht die Gemeindeverwaltung zuständig sondern das Landratsamt.

Bauaufsicht ordnet Begutachtung an

„Als Schulträger haben wir ein großes Interesse an einer schnellen Freigabe des Pausenhofes! Das versteht sich von selbst“, erklärt Sprecher Markus Morr. Nach Kenntnisstand der Behörde will die Brandversicherung des Eigentümers einen Sachverständigen zur Scheune entsenden, was anscheinend noch nicht erfolgt ist.

Der Eigentümer der Scheune wurde aber verpflichtet, die Standsicherheit umgehend durch einen Sachverständigen nachzuweisen, erklärt Morr. Dazu hatte er maximal vierzehn Tage Zeit. Da dies noch nicht erfolgt ist, leitet die Bauaufsicht diese Begutachtung im Rahmen einer sogenannten Ersatzvornahme selbst ein. Die Kosten muss der Eigentümer tragen.

„Wenn die Standsicherheit gegeben ist, kann auch die Absperrung entsprechend verändert werden“, sagt Morr. Sei sie nicht gegeben, könne ein Abriss angeordnet werden. Wann Ergebnisse vorliegen, vermochte Morr nicht zu prognostizieren. Fest stehe jedoch, dass die nachträglich eingebaute und inzwischen eingestürzte Mauer nach Auskunft der Bauaufsicht keinen direkten Einfluss auf die Standsicherheit der Rest-Scheune habe.

von Gianfranco Fain

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