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Lohra setzt Segel in Sachen Windkraft

Windenergie Lohra setzt Segel in Sachen Windkraft

Auch in Lohra weht der Wind so stark, dass man damit Geld verdienen kann. Die Gemeinde lässt nun die nutzbaren Flächen für Windkraftanlagen festlegen.

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Windräder prägen die Landschaft. Das ist auch den Gemeindevertretern in Lohra bewusst. Sie wollen die Bürger in alle Prozesse mit einbeziehen.Archivfoto

Rollshausen. . Einstimmig - bei zwei Enthaltungen - beschloss die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung die Änderung des Flächennutzungsplans in den Gemarkungen Lohra, Seelbach und Rodenhausen.

Sie folgte damit einem gemeinsamen Änderungsantrag aller Fraktionen. Im aktuellen für die Gemeinde gültigen Flächennutzungsplan sind keine Vorranggebiete zur Nutzung von Windenergie ausgewiesen.

Im Zuge der Energiewende gab es aber jede Menge Experten, die sich mit dem Thema befassten. So gibt es mittlerweile übergeordnete Planungen und Studien wie den Regionalplan Mittelhessen, „Windcheck“ von Hessenenergie und die Windpotenzialkarte des Regierungspräsidiums in Gießen, die geeignete Standorte darstellen.

Und da auch Lohra eine ungeordnete Entwicklung von Einzelanlagen verhindern will, soll die Entwicklung maßvoll gesteuert werden. Steuerungselement ist der Flächennutzungsplan. Bisher sind die für Windenergieanlagen infrage kommenden Flächen als Waldflächen und landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen.

In ihrem gemeinsamen Antrag heben die Fraktionen hervor, dass die Gemeinde mit dieser Steuerplanung einen wesentlichen Beitrag zur Verminderung umweltschädlicher Emissionen und zur Verringerung des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energieträger leiste.

Beim Ausweisen der Konzentrationsstandorte wurde Wert darauf gelegt, dass zur Abgrenzung der Zielgebiete ein Mindestabstand von 1000 Metern zur geschlossenen Wohnbebauung eingestellt wurde.

Der Bauausschuss hatte am 20. März eine Vorlage des Gemeindevorstands gutgeheißen und dem Parlament die Zustimmung empfohlen. Sie sah die Ausweisung der Flurstücke „Vor der Tragwurst“ im Süden und vom „Teufelsberg“ bis „Eichküppel“ im Norden vor. Dabei handelte es sich ausschließlich um Waldflächen. Nach dem Antrag aller Fraktionen sind nun 49 Hektar hinzugekommen - auch Feldflächen.

Die neue Vorlage sei keineswegs als Konkurrenz zur Vorlage des Gemeindevorstandes zu sehen, sie sei lediglich eine Ergänzung, versicherte Hermann Schorge (SPD). Innerhalb der Fraktionen sei man der Meinung gewesen, auch aus dem Wald herauszugehen, um bei Bedenken alternative Flächen anbieten zu können, erklärte er.

Fraktionen gehengemeinsamen Weg

Die zusätzlich eingebrachten Flächen bedeuten nicht, dass dort unbedingt gebaut werde, sie sollten aber in die Begutachtung mit einfließen. Die Flächenauswahl solle möglichst groß sein, damit Umweltgesichtspunkte besser berücksichtigt werden könnten, sagte er. Inge Weckend-Schorge (Die Grünen) lobte das gemeinsame Vorgehen der Fraktionen. „Wir wollen ein Zeichen setzen und sagen Ja zur Energiewende.“ Zeitnahe Informationsveranstaltungen seien sehr wichtig, sagte sie. Dort müsse man auch über Vorbehalte sprechen.

Auch Werner Waßmuth (CDU) war voll des Lobes für den gemeinsamen Weg,. Das Miteinander müsse nun auch mit den Bürgern fortgesetzt werden. „Sie sollen mitgenommen werden, sich auch an den Anlagen beteiligen können“, betonte er.

Und er erinnerte, dass drei bis vier Windräder schon ausreichen würden, um Lohra energieautark zu machen.

„Wir wollen, dass alles in der Region bleibt“, sagt Waßmuth.

von Hartmut Berge

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