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Hinterland Laufen, lachen und anderen helfen
Landkreis Hinterland Laufen, lachen und anderen helfen
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16:32 27.06.2017
Mehr als 300 Läufer waren beim Hungerlauf am Start. Quelle: Susan Abbe
Biedenkopf

Es lief einfach rund: Das Wetter war perfekt zum Laufen – nicht zu heiß, nicht zu kalt. Lions-Präsident Jürgen Meyer und Karl Brunner vom Hungerlauf-Organisationsteam der Lions freuten sich, dass sich schon im Vorfeld gut 300 Teilnehmer angemeldet hatten und dass wieder starke heimische Firmenteams dabei waren. Hinzu kamen Dutzende Läufer, die sich am Samstagmorgen oder im Lauf des Tages ihre Startkärtchen abholten.

Im Start-Ziel-Bereich auf der Bleiche herrschte einfach nur gute Stimmung. Das Hauptfeld war pünktlich um 10 Uhr am Start. Der Erste Stadtrat Biedenkopfs, Gerhard Hesse, gab den Startschuss. Dann rannten die gut 300 Läufer los – wurden allerdings nur wenige Meter weiter gleich wieder ausgebremst. Da die Obermühlsbrücke wegen Schäden zu einem schmalen Fußweg verengt wurde, bildete sich eine lange Schlange.­ „Rücksicht geht vor Schnelligkeit“, lautete das Gebot der Stunde. Die Läufer nahmen es mit Humor.

Es ging ja auch eigentlich gar nicht um sportliche Höchstleistungen – jedenfalls nicht in erster Linie. „Das ist eine schöne Trainingseinheit, aber wir laufen auch für den guten Zweck“, sagte etwa der 41-jährige Holger Hoge. Die achtjährige Samira Becker, die sich freute, dass ihre­ Freundin auch am Start war, nahm schon zum dritten Mal am Hungerlauf teil. Gleich mehrere Runden wollte sie diesmal schaffen.

Von Krankheit betroffene Kinder am Start

Dejan Kovacevic indes hatte­ sich noch ein bisschen mehr vorgenommen. Der 43-jährige Kleingladenbacher ist Extremsportler und hat den Hun­gerlauf 2016 gewonnen. Damals lief er 50 Kilometer. „Dieses Jahr will ich 60 Kilometer schaffen“, ­sagte Kovacevic. Zirka sechs Stunden hatte er für diese Strecke eingeplant. Doch auch ihm geht es nicht nur um den Sport, sondern auch um den guten Zweck.

Wie Kovacevic nennen viele Teilnehmer den Spaß am Sport, am Miteinander und den guten Zweck als ihre Motivation. Denn jeder Läufer und Nordic Walker hat sich einen Sponsor gesucht, der für die gelaufenen Runden Geld spendet.

Den Erlös gibt der Lions Club in diesem Jahr an die Hilfsorganisation „Kinderheim Bindura“, die „Interessengemeinschaft Epidermolysis Bullosa“ (IEB) und die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) weiter. Neben der Blista war auch die IEB – erstmals – mit einem Team am Start. Die Mädchen und Jungen, die an der Krankheit Epidermolysis Bullosa leiden, von der unter anderem die Haut und die Schleimhäute betroffen sind, brachten dabei eine ganz besondere Leistung. Zu Fuß oder in kleinen Wagen drehten sie ­eine Runde und zeigten danach stolz ihre Urkunden.

Der Erlös des Hungerlaufs 2017 wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

von Susan Abbe