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Leiharbeiter fordern gleichen Lohn

Leiharbeit Leiharbeiter fordern gleichen Lohn

Die Leiharbeit prägte am Freitag den ersten Verhandlungstag des neuen Arbeitsgerichtes Gießen. Hans Gottlob Rühle hatte gleich mehrere Klagen zu diesem Thema zu verhandeln.

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Am neuen Arbeitsgericht in Gießen fanden am Freitag die ersten Verhandlungen statt.

Quelle: Katharina Kaufmann

Gießen. Leiharbeit ist auf dem Vormarsch. Die Zahl der Zeitarbeiter hat im vergangenen Jahr mit 910.000 einen Rekordstand erreicht. Das waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 103.000 oder fast 13 Prozent mehr als im Jahr 2010. Und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass am Freitag gleich sechs Kläger am Arbeitsgericht klagten. Sie forderten dort den gleichen Lohn ein, wie ihn das Stammpersonal der Unternehmen an die sie ausgeliehen waren, bekommen. Doch nicht überall heißt es „Gleiche Arbeit – gleicher Lohn“, wie die Kläger schnell feststellen mussten.

„Um dem Equal-Pay-Gebot zu entkommen, haben einige Unternehmen den Werkvertrag erfunden“, erläuterte Arbeitsrichter Hans Gottlob Rühle. Denn bei einem Werkvertrag schließt Unternehmen A mit Unternehmen B einen Vertrag über das Erbringen einer bestimmten Leistung oder eines Produktes in einer bestimmten Zeit. Das Unternehmen A schickt also seine Mitarbeiter als eine selbstständige abgeschlossene organisatorische Einheit ins Unternehmen B und erbringt die geforderte Leistung. „Die Mitarbeiter von Unternehmen A stehen dabei eventuell direkt neben denen von Unternehmen B, machen die gleiche Arbeit, dürfen aber unter anderem von diesen keine Weisungen erhalten“, erklärte Rühle das System. Folglich könne auch die Bezahlung eine andere sein, da die so genannten Fremdarbeiter keine Leiharbeitnehmer seien und nicht dem Direktionsrecht von Unternehmen B unterliegen.

„Was im ersten Moment kompliziert klingt, wird in der Praxis häufig genutzt, unter anderem arbeiten Reinigungsunternehmen oft mit Werkverträgen“, so der Arbeitsrichter.

von Katharina Kaufmann

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