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Leiharbeiter fordern gleichen Lohn

Gießen Leiharbeiter fordern gleichen Lohn

Lohnnachzahlungen in Höhe von rund 23.000 Euro forderten drei Leiharbeiter vor dem Arbeitsgericht Gießen ein.

Gießen. „Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn“ lautet die Forderung vieler Leiharbeiter, und so häufen sich derzeit Zahlungsklagen gegen Zeitarbeitsfirmen.

Auch das Arbeitsgericht Gießen verhandelte am gestrigen Freitag in der Kammer unter dem Vorsitz von Arbeitsrichter Hans Gottlob Rühle die Zahlungsforderung von drei Leiharbeitern gegen ihren Arbeitgeber aus Cölbe.

Vier Euro weniger als das Stammpersonal hatte ihnen die Zeitarbeitsfirma im Zeitraum von 2008 bis 2010 pro Stunde gezahlt. Jetzt fordern die drei türkischstämmigen Leiharbeiter aus Stadtallendorf von dem Zeitarbeitsunternehmen etwa 23.000 Euro.

Die Geschäftsführerin des beklagten Unternehmens rügte während der Verhandlung jedoch, dass es sich bei den 23.000 Euro um die pauschal möglichen Stunden handele und nicht um die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.

Dieser Meinung folgte auch die Kammer und rief die Kläger auf, bis zum nächsten Kammertermin am 3. August eine genaue Aufstellung der tatsächlich geleisteten Stunden anhand der Lohnabrechnungen zu erstellen. Grundsätzlich stellte das Gericht aber fest, dass ein Zahlungsanspruch für den Zeitraum bis zum Jahr 2010 eventuell möglich sei, da bis zu diesem Zeitpunkt noch ein Arbeitsvertrag ohne Tarifbestimmungen zwischen beiden Parteien bestand habe.

Der Knackpunkt der Verhandlung ist auch ein neuer Arbeitsvertrag von Anfang 2010, der den Klägern nach eigener Aussage ohne Hinweis auf neue Regelungen zur Unterschrift vorgelegt wurde und den sie nicht verstanden hätten. Darin enthalten war neben einem neuen Tarif auch eine Abgeltungsklausel, in denen die Kläger jegliche Ansprüche aus früheren Arbeitsverträgen an die Firma abtreten.

Eine solche Klausel sei laut Kammer jedoch bedenklich, da sie faktisch einen einseitigen Verzicht beinhalte.

Zur weiteren Klärung des Falles wurde ein neuer Kammertermin angesetzt, bei dem die zuständige Sachbearbeiterin der Firma als Zeugin aussagen und damit für mehr Klarheit sorgen soll.

von Timo Scheibe

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