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Lehrer soll von der Schule fliegen, weil er nicht durchgreift

Marburg Lehrer soll von der Schule fliegen, weil er nicht durchgreift

Ein Lehrer wehrte sich am Dienstag vor dem Marburger Arbeitsgericht gegen den Vorwurf seines Arbeitgebers, „verbale und tätliche Attacken“ von Schülern dauerhaft hingenommen und nicht wie vorgeschrieben in der Schulkonferenz gemeldet zu haben. Infolgedessen kündigte ihm der freie Bildungsträger.

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Am Dienstag ging es im Marburger Arbeitsgericht um die Kündigung gegen einen Lehrer, der Angriffe von Schülern nicht meldete.

Marburg. Der Leitung der Sonderschule sei es ohne den Hinweis unmöglich gewesen, schnell und in angemessener Weise auf die Übergriffe zu reagieren. Der Lehrer bestätigte zwar einen „Schubser“, stellte aber klar, dass er den Schüler zur Rede gestellt habe: „Das ist mein pädagogischer Auftrag.“
Der 41-Jährige klagte vor dem Marburger Arbeitsgericht unter Vorsitz von Direktor Hans Gottlob Rühle gegen seine Kündigung. Der Lehrer will unbedingt weiterbeschäftigt werden. Er soll im März, Juni und Juli dieses Jahres sowie im September tätliche und verbale Attacken von Schülern nicht in der täglich stattfindenden Schulkonferenz gemeldet haben.

Der Lehrer stellte dazu fest: „Pädagogen müssen deeskalieren. Das habe ich in diesen Situationen, für die ich Abmahnungen erhalten habe, gemacht. Ich hielt die Vorfälle, speziell den letzten für nicht meldungspflichtig“. Sein Rechtsanwalt ergänzte: „Hier stellt sich die Frage, was ist eine angemessene Reaktion? Mein Mandant hat nur nicht gepetzt.“

Richter Hans-Gottlob Rühle versuchte eine gütliche Einigung herbeizuführen, die Parteien wichen jedoch nicht von ihren Standpunkten ab: Der Lehrer will weiterbeschäftigt werden, die Schulleitung will die Kündigung aufrecht erhalten. Der Kammertermin mit Anhörung von Zeugen findet am 22. Januar 2010 um 8 Uhr statt.

von Michael Acker

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