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Hinterland Leder rollte einst auf einer Viehweide
Landkreis Hinterland Leder rollte einst auf einer Viehweide
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21:20 15.01.2010
Sie spielten Ende der 60er Jahre beim SV Sinkershausen erfolgreich Fußball (hintere Reihe von links): Gerhard Kraft, Willi Kirch, Günter Hill, Walter Scheld, Günter Happel, Gerhard Schneider und Herbert Scheld, (vordere Reihe von links:) Rudi Kirch, Wolfgang Schneider, Rudi Lapp, Hermann Koch und Klaus Schurat. Archivfoto

Sinkershausen. An den Festtagen sollen Musik, Tanz und Unterhaltung im Mittelpunkt stehen. Die Kommerse finden an anderen Tagen statt, so hat die Feuerwehr das Dorfgemeinschaftshaus für den 17. April gebucht.

Zum Fest-Programm in „Kas‑pisch Hall“ haben die Organisatoren bereits eine Band verpflichtet. Darüber hinaus soll der Sinkershäuser Nachwuchsband „Sancho and the friday afternoons“ Gelegenheit gegeben werden, ein Konzert zu gestalten. Die Band – allesamt Schüler des Sinkershäusers Sancho Runkel – hatten bereits 2008 zwei erfolgreiche Auftritte, unter anderem im Gerätehaus der Feuerwehr. Im Herbst vergangenen Jahres gestalteten die jungen Musiker ein abendfüllendes Konzert im Dorfgemeinschaftshaus.

Der Sportverein blickt auf eine bewegte Geschichte: Im Jahr 1920 setzten eine Reihe junger Männer ihren Plan, die Freizeitbeschäftigung Fußballspielen im sportlichen Wettbewerb fortzusetzen, in die Tat um.

Den ersten Fußball soll damals Hermann Burk (Weißbennersch Hermann) mit nach Sinkershausen gebracht haben, der die Jungen das „Kicken“ lehrte.

Der Spielbetrieb begann unter recht widrigen Umständen: Auf einer Viehweide, mit Begegnungen gegen Bottenhorn, Dernbach und Gladenbach ging es los. Zum Auswärtsspiel nach Bottenhorn fuhr man schon mal mit dem Leiterwagen.

Zunächst diente eine Wiese in Richtung Frohnhausen als Fußballfeld, später eine Wiese am Ortsrand in Richtung Bellnhausen. 1923 wies die Gemeinde einen Fußballplatz aus, auf dem bis zur Einweihung des neuen Sportplatzes gespielt wurde. 1951 wurde der Platz neu hergerichtet, bis dahin wies er ein Gefälle von bis zu zwei Metern auf. 60.000 Mark wurden damals investiert. Heute dient das Gelände als Bolz- und Spielplatz. In den 20er Jahren spielte der Sportverein zunächst in der C-Klasse. 1930 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die B-Klasse.

Neben Fußball wurde in diesen Jahren auch Leichtathletik betrieben. Herausragende Leistungen waren damals die Kreis- und Hessenmeistertitel von Karl Happel im Zehn-Kilometer-Langlauf. Bei der „Eintracht“ – den Beinamen hatte der Sportverein damals – kickte Happel als rechter Läufer. Andere Sinkershäuser Sportler waren auf Kurzstrecken und im Hürdenlauf erfolgreich.

1937 kam der Spielbetrieb langsam zum Erliegen. Nach dem Krieg wurde mit Frohnhausen zusammen die „Spielvereinigung Eintracht 1947“ gegründet, die bis Anfang der 50er Jahre recht erfolgreich spielte. Bei der „Wiedergeburt“ des SV Eintracht Sinkershausen stand Heinrich Kirch an der Vereinsspitze. Einer, der sich damals für den Neubeginn stark machte, war der spätere Vorsitzende Erhard Weigand. Aus dem ganzen Allnatal wurden Spieler mobilisiert. Das Interesse am Fußball wuchs. Zeitweise schickte der SV Sinkershausen fünf Mannschaften in den Spielbetrieb. 1959 und 1960 wurde die A-Jugend Kreismeister und Kreispokalsieger. Der gute Nachwuchs machte sich Jahre später auch in der ersten Mannschaft bemerkbar. 1966 stieg der „SVS“ in die A-Liga auf. Fünf Jahre lang konnte sich die Mannschaft in der Klasse halten. 1974 weihte der Verein seinen neuen Sportplatz ein.

Sportlich ging es Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre eher bergab. Doch der Vorstand setzte auf die in Mornshäuser und Gladenbacher Mannschaften heranwachsenden Sinkershäuser Jugendspieler. Als das neue Vereinsheim eingeweiht wurde, bestätigten sich diese Hoffnungen. Ganz entscheidend für den schnellen sportlichen Aufschwung war allerdings die Juniorenriege um Hans-Georg-Preisig, die sich damals dem SV Sinkershausen anschloss. Weitere Junioren-Hessenmeister kamen von Gladenbach nach Sinkershausen. Auch sie hatten Anteil am Meistertitel im Jahr 1987. In den Folgejahren wurde der SVS zweimal Vizemeister und Kreispokalsieger. Erfolgreichen Jahren in der Bezirksliga folgte Ende der 90er der Abstieg bis in die B-Liga. In der Saison 1998/99 schaffte der SV Sinkershausen den Aufstieg in die A-Liga. Danach kämpfte man in der B-Liga um Erfolg. Vor acht Jahren wurde der Verein in SSV Allna-Ohetal umbenannt. Die Führungs- und Vorstandsriege wird seither von Kräften aus Nachbardörfern verstärkt.
Heute spielt die erste Mannschaft erfolgreich in der Kreisliga A.

von Hartmut Berge

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